Burg l Bis zu vier Tage lang extrem hohes Fieber. Nach ungefähr einer Woche kommt es zur Blaufärbungen der Haut, meist an der Nase und den Extremitäten. Darauf folgen Husten, Atemnot, blutiger Durchfall und Erbrechen. Nach diesen Qualen stirbt das Tier plötzlich.

Der Verlauf der akuten Afrikanischen Schweinepest ist beängstigend. Eine Impfung gegen die schwere Erkrankung ist bisher noch nicht entwickelt worden – obwohl emsig geforscht wird. „Das wird noch etwa acht Jahre dauern, so wird es zumindest prognostiziert“, sagt Jörg Scheffler, Sachgebietsleiter für Tierschutz und Tierseuchenüberwachung in der Burger Kreisverwaltung.

Zäune, Nachteinsätze und Militär

Bisher sei es nur Tschechien gelungen, die Tierseuche einzudämmen. Dies gelang, laut Scheffler, durch Zäune, Einsätze in der Nacht mit der entsprechender Technik und dem Militär. „Belgien ist für uns aktuell ein richtiges Sorgenkind. Vermutlich wurden illegal Schweine aus Polen nach Belgien gebracht, was den Ausbruch der Seuche zur Folge hatte. Diese Kette gilt aktuell als wahrscheinlich“, so Scheffler.

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Ein Ausbruch der Krankheit im Jerichower Land könnte verheerende Konsequenzen für die Tieragrarwirtschaft des Landkreises haben, denn bei einem Ausbruch in einem Stall müssten alle Tiere getötet werden.

Hochrisikozone um den Fundort

Sofern bei einem Wildschwein das Virus nachgewiesen werden sollte, müssen die zuständigen Stellen innerhalb kürzester Zeit reagieren, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Dazu gehört unter anderem eine Hochrisikozone, welche um den Fundort errichtet wird und schnellstmöglich eingezäunt werden muss.

Es gilt, alle Betriebe im Umkreis des gefundenen Tieres zu überwachen. Außerdem müssen umgehend Maßnahmen eingeleitet werden, damit systematisch nach weiterem Fallwild, tote Tiere, die nicht geschossen wurden, gesucht wird. Die Tiere müssen an einem geeigneten Standort entsorgt werden, außerdem müssen strenge Hygienevorschriften beachtet werden.

Rasches Handeln ist erforderlich

Außerdem haben Tierhalter im Kerngebiet rund um den Fundort einige Maßnahmen zu erledigen und Regeln zu beachten. Unter anderem gilt es, die Hausschweine so abzusondern, dass sie nicht mit Wildschweinen in Berührung kommen können. Geeignete Desinfektionsmöglichkeiten an den Ein- und Ausgängen der Ställe müssen dringend eingerichtet werden.

Verendete sowie erkrankte Schweine, bei denen der Verdacht auf Afrikanische Schweinepest nicht ausgeschlossen werden kann, müssen nach näherer Anweisung der Kreisverwaltung schnellstmöglich virologisch auf die Afrikanische Schweinepest untersucht werden, so Jörg Scheffler bei einem Vortrag zum Thema „Maßnahmen gegen die Afrikanischen Schweinepest“ mit.

Und auch wenn es noch einige offene Fragen im Umgang mit der Schweinepest gibt, so sind zumindest einige wichtige Verhaltensregeln klar. Denn: „Die Frage lautet nicht, ob die Afrikanische Schweinepest hierher kommt. Sie lautet, wann die Pest da ist“, schätzt Scheffler die Lage ein.