Burg l Nachhaltigkeit – was bedeutet dies eigentlich? Mit dieser Frage setzte sich die Volksstimme in den vergangenen Monaten auseinander. Mit vielen Personen aus dem Jerichower Land wurde gesprochen und dabei wurde deutlich, dass dieses Thema sehr vielschichtig ist. Nachhaltigkeit ist durchaus mit Ökologie und Umweltschutz verbunden, bedeutet aber auch viel mehr.

Zunächst erschien es nicht so leicht, Teilnehmer für die Serie zu finden, denn viele Menschen, die nachhaltig agieren, empfinden dies als einen selbstverständlichen Teil ihres Lebens und stellen diesen nicht so sehr in den Vordergrund. Mit einigen Nachforschungen wurde aber deutlich: im Jerichower Land gibt es durchaus eine Menge Menschen, denen das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegt und die ihr Leben entsprechend danach ausrichten. Dazu gehören große Firmen, die international agieren, wie die Firma ReFood, aber auch kleine, regionale Unternehmen wie die Brauserei in Gommern.

Das Wohl der Tiere im Blick

Dort gibt es beispielsweise die Landwirte, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Hier sprach die Volksstimme unter anderem mit dem Bauernverband oder auch mit dem Landwirt Nils Rosenthal, der ökologischen Anbau betreibt und dabei stets das wohl der Tiere im Auge hat.

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Auch die Familie Schräder aus Loburg engagiert sich für das Wohl der Hühner, indem sie den Tieren möglichst viel Auslauf und Natur in mobilen Ställen bieten.

Ferry Behrens vom Bundesforst erklärte seine Tätigkeit, wie er Baumbestände bewertet und Maßnahmen auf den Flächen des Bundesforstes empfiehlt, um die Wälder auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Auf dem Weg zur plastikfreien Kita

Auch die Jüngsten sind schon mit im Nachhaltigkeits-Boot. Die Kita Storchenkinder in Hohenwarthe engagiert sich mit dem Projekt Plastikfrei, bei dem möglichst viele Plastikgegenstände durch nachhaltige Materialien ersetzt werden sollen.

Auch die Schüler im Jerichower Land haben Nachhaltigkeit auf dem Programm. Eine Umwelt-AG am Roland Gymnasium in Burg versucht praktische Tipps zu geben, um Nachhaltigkeit in den Alltag zu bringen. Dort erstellten die Schüler beispielsweise eigene Seifen. Im größeren Stil tut dies auch Daniela Gummelt aus Parey, die Seifen aus natürlichen Materialien herstellt und vertreibt.

Dies sind nur einige Beispiele der Personen, die in den vergangenen Monaten begleitet wurden, um ihre Tätigkeit oder ihr Engagement vorzustellen. Wer im Jerichower Land genau oder ein zweites Mal hinsieht, wird also eine Menge Bereiche finden, in dem die Nachhaltigkeit schon im Vordergrund steht.

Jeder kann zur Nachhaltigkeit beitragen

Allerdings bedeutet dies nicht, dass damit schon alles erreicht ist und kein weiteres Engagement mehr vonnöten ist. So gibt es beispielsweise viele Möglichkeiten, Nachhaltigkeit noch stärker in Bereichen wie Tourismus, Bauen und Wohnen, Bildung, Energie, Mobilität oder Ernährung zu etablieren. Auch jede Privatperson kann mit kleinen Handlungsweisen tagtäglich für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Beispielsweise beim Einkaufen. Wer auf regionale Produkte achtet, eigene Körbe oder Einkaufsbeutel mitnimmt, kann schon viel tun. Auch ein kleiner Verzicht wie beispielsweise auf Strohhalme kann schon helfen.

Im Jerichower Land gibt es viele Ansätze und auch teilweise schon über mehrere Jahrzehnte erprobte Methoden der Nachhaltigkeit. Viele weitere könnten folgen.