Biederitz/Lostau (np) l Wie das Polizeirevier Jerichower Land mitteilte, kam es am Sonnabend, gegen 17.30 Uhr, zu einem tragischen Unfall auf der Bahnstrecke zwischen Magdeburg und Berlin. Hierbei sei ein 86-jähriger Mann, der sich auf Höhe Lostau im Gleisbett aufhielt, von einem Schnellzug erfasst worden. Die eingeleitete Gefahrenbremsung des Zugfahrers konnte den Zusammenstoß nicht mehr verhindern.

Wie Polizeikommissar Paul Weinmann vom Polizeirevier Jerichower Land bestätigte, handelte es sich bei dem 86-Jährigen um den Bewohner eines Seniorenheimes in Biederitz. Er sei zum Zeitpunkt des Unfalls zu Fuß auf den Gleisen der Bahnstrecke Magdeburg - Berlin unterwegs gewesen, sagte Weinmann. Der heranfahrende Intercity (IC) habe den Mann noch gewarnt, es sei aber zu spät gewesen.

Reisende und Zugbegleiter aus IC evakuiert

Das Unglück ereignete sich etwa 150 Meter vor der Eisenbahnbrücke über die Landesstraße 52 auf Höhe Lostau. Mösers Gemeindewehrleiter Dirk Jeitner erklärte, Feuerwehrkameraden aus Lostau und Möser sowie die Gemeindewehrleitung mit zwei Personen seien zunächst vor Ort gewesen, um die Rettungskräfte und die zuständige Bundespolizei bei der Bergung des verunglückten Mannes zu unterstützen. Sie trugen den Verletzten von den Schienen in den Rettungswagen. Kurze Zeit nach ihrem ersten Einsatz wurden die Feuerwehren erneut alarmiert. Weil der Mann noch am Unfallort seinen Verletzungen erlegen war, wurde der Unfallort zum Tatort. Zwischen 19 und 22 Uhr evakuierten insgesamt 29 Kameraden der freiwilligen Feuerwehren aus Lostau und Möser sowie die Gemeindewehrleitung die Insassen des Intercity. 36 Reisende und zwei Mitarbeiter der Deutschen Bahn wurden aus dem auf freier Strecke stehenden Zug evakuiert. Sie wurden zu einem Reisebus gebracht, der an der nahen Landesstraße 52 auf die Evakuierten wartete.

Neben den Feuerwehren aus Lostau und Möser waren die zuständige Bundespolizei und die Kriminalpolizei des Polizeirevieres Jerichower Land stundenlang im Einsatz. Die Bahnstrecke musste für mehrere Stunden gesperrt bleiben. Die Kriminalpolizei hat nun die Ermittlungen zum Unfallgeschehen aufgenommen.

Der 86-jährige verunglückte Mann kam offenbar aus dem Kollmeier Seniorendomizil in Biederitz. Dessen Geschäftsführer, Marc Kollmeier, kündigte noch in der Nacht zum Sonntag „aufgrund der aktuellen Corona-Gegebenheiten und dem Todesfall des heutigen Tages" eine Pressekonferenz der Seniorendomizil Biederitz GmbH für Montag an. Ob und wenn ja, welchen Zusammenhang es zwischen den „aktuellen Corona-Gegebenheiten" und dem tragischen Todesfall geben könnte, ließ der Geschäftsführer offen.