Hohenwarthe l Fünf Verkehrsunfälle mit zwei verletzen Personen 2018 reichten, um die Auf- und Abfahrt der Bundesautobahn 2 bei Lostau/Hohenwarthe für die Polizei zum Unfallschwerpunkt im Jerichower Land werden zu lassen. Dabei spielen die örtlichen Gegebenheiten sicherlich eine besondere Rolle. Immerhin treffen hier Autobahnanschlussstelle (AS), Autobahnüberführung und Landesstraße aufeinander. Das sorgt für reichlich Unübersichtlichkeit und viele Beinaheunfälle, die nicht in die Statistik einfließen.

228 Lkw pro Tag

Immerhin zeigen die Zahlen des Bundesamtes für Straßenwesen, dass im vergangenen Jahr 64.880 Fahrzeuge am Tag die Bundesautobahn an dieser Stelle befuhren, davon allein 16.566 Lkw. Die Autobahnquerung der Landesstraße 52 (L52) nutzen noch einmal 5018 Fahrzeuge, davon 228 Lkw, pro Tag.

Grund genug, um bei Polizei, Landkreis und Verkehrsministerium nachzufragen, die in einer Verkehrsunfallkommission Lösungen zur Vermeidung von Unfallschwerpunkten zusammenarbeiten. Laut Sprecherin des Landkreises, Claudia Hopf-Kossmann gab es „die letzte Ortsbesichtigung an der Anschlussstelle Lostau im Juli 2016, im Zuge einer Verkehrsschau.“ Damals waren für die Beteiligten, „in Auswertung des Unfallgeschehens, keine Änderungen der Beschilderung notwendig.“

Intensiver Austausch

Vom Polizeirevier Jerichower Land heißt es über den Pressesprecher Falko Grabowski: „Wir stehen hier im intensiven Austausch mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Jerichower Land. Dieser Unfallschwerpunkt ist auch in der Verkehrsunfallkommission Thema. Es werden hier unterschiedliche Ansätze diskutiert, ein konkreter Lösungsvorschlag hat sich bisher noch nicht herauskristallisiert.“

Eine Lösung, die vor allem von den Nutzern den Anwohnern in Lostau und Hohenwarthe oftmals genannt wird, ist die Verbreiterung der Brücke und damit die Möglichkeit der Ausweisung von gesonderten Auffahr- und Abfahrfahrstreifen, samt Ampelanlage, so wie es an der AS Burg Zentrum der Fall ist. Genau diese Lösung scheint innerhalb der Verkehrskommission aber keine Mehrheit zu finden.

Ergebnissen nicht vorgreifen

Zumindest die Auswertung des Jahres 2018 noch nicht erfolgt. Die Kommission wird sich spätestens Anfang März erneut zur Beratung treffen. Aus dem Verkehrsministerium heißt es dazu von Sprecher Andreas Tempelhof: „Den Ergebnissen der Beratung der Unfallkommission greifen wir nicht vor.“

Eines aber ist für alle Beteiligten klar: Ohne die Landesstraßenbaubehörde als Baulastträger beider Verkehrswege, sowohl der Bundesautobahn 2, als auch der Landesstraße 52, wird sich an der AS Lostau baulich nichts ändern und die Missverständnisse zwischen den Verkehrsteilnehmern werden weiterhin zu Unfällen führen, bei denen dann neben Sach- und Personenschäden, auch Umweltschäden, durch auslaufende Betriebsstoffe, nicht auszuschließen sind.