Burg l Brigitte Reimann (1933-1973) soll in ihrer Geburtsstadt Burg die letzte Ruhe finden. Die Familie der Schriftstellerin und die Stadtverwaltung erwägen eine Umbettung der Urne von Oranienbaum (Landkreis Wittenberg) auf den Burger Westfriedhof (reformierten Friedhof), sagte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) am Donnerstagabend auf der Stadtratssitzung.

Mit diesem Vorschlag wollen die Angehörigen die Bemühungen Burgs um das Andenken von Brigitte Reimann würdigen. Ein entscheidender Anstoß dafür sei auch die Einweihung des Giebels an der Bahnhofstraße mit dem Reimann-Porträt gewesen, sagte Rehbaum. Anschließend habe es mehrere Gespräche mit der Familie gegeben. „Sie würde sich sehr freuen, wenn Brigitte Reimann wieder nach Burg zurückkehrt“, versicherte der Bürgermeister. Zudem beabsichtige die Familie, Oranienbaum in den kommenden Wochen zu verlassen.

Kosten rund 1400 Euro

Die Kosten für die Umbettung würden sich lauf Rehbaum auf rund 1400 Euro belaufen. „Das sollte es uns wert sein.“

Marco Klapper (CDU/FDP/BFW-Fraktion) empfand es als „etwas anstößig“, dass die sterblichen Überreste jetzt „hin und her wandern“. Eine Diskussion dazu gab s nicht.

Zustimmung für diese Umbettung komme vom Kulturstammtisch der Stadt, betonte Rehbaum. Das bestätigte auch Sprecher Dominik Patté gestern gegenüber der Volksstimme. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn Brigitte Reimann wieder in ihre Heimatstadt zurückkommt, zumal ihr Grab noch markiert ist. Und sie würde nur wenige Grabreihen entfernt von ihrem Ziehvater Otto Bernhard Wendler ihre Ruhe finden.“

Reimann-Gesellschaft begrüßt Idee

Auch der Burger Roland Stauf, Mitglied der Brigitte-Reimann-Gesellschaft, begrüßt das Ansinnen der Familie. „Als Einwohner der Stadt freue ich mich natürlich, dass Brigitte Reimann wieder zurückkehrt, zumal auch Neubrandenburg im Gespräch war.“

Die Stadt ehrt Reimann auf vielfältige Weise. So trägt die Bibliothek ihren Namen, das Nachbargebäude ihres Geburtshauses in der Bahnhofstraße ist mit einem Bild ihrer Person versehen worden und in der Altstadt trägt eine 200 Meter lange Promenade ihren Namen. Auch spezielle Konferenzen und Symposien zu Reimann wurden abgehalten.