Parchau l Vandalismus, Zerstörung, Wut – seit zwei Jahren kommt es im Ortsteil Parchau immer wieder zu Problemen mit den Jugendlichen. Ein verwüsteter Jugendraum, zerstörte Haltestellen oder ein nächtliches Fußballspiel sorgten für erhitzte Gemüter. In seiner Not wendete sich der Ortsteil an die Stadt Burg – und bekam Hilfe.

Bereits im Jahr 2016 häuften sich die Beschwerden. Eine Gruppe von bis zu 15 Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren fiel an öffentlichen Plätzen auf. Die Lösung sollte ein Jugendraum sein, der 2016 eröffnet wurde. Die Jugend verwaltete den Raum in Eigenregie. Nach acht Wochen wurde der Raum wegen Eskalationen in der Silvesternacht geschlossen. Zerstörte Gegenstände, eine ausgehängte Toilettentür und Whiskyflaschen zeichneten ein Bild des Abends.

Erneuter Vandalismus der Jugend

Verantwortlich für den Raum war der Fischereiverein Parchau-Ihleburg 1991. Die Beteiligten setzten sich nach der Silvesternacht mit der Jugend an einen Tisch. Diese zeigten sich reumütig. Doch die Schließung blieb bestehen, doch der Tenor im Ort blieb positiv.

Die Jugend saß damit wieder auf der Straße. Sie hielten sich an den Bushaltestellen oder dem Parchauer See auf und fielen wieder auf. Die Haltestelle wurde mit Farbe besprüht, mit einem Betonpapierkorb spielten die Jugendlichen auf der Straße Fußball – ein gefährliches, nächtliches Spiel.

Ein Ort für die Jugendlichen

An einen Tisch brachte die Streitenden nun der Awo Nachbarschaftstreff Burg. „Wir bekommen die Situation nicht allein beruhigt“, sagt Lutz Wernecke, Ortsbürgermeister von Parchau. Ziel war es, auf die Jugendlichen zuzugehen. Eine erste Runde in Burg unter Federführung des Awo Nachbarschaftstreffs brachte nicht den gewünschten Erfolg. „Wenige Jugendliche haben das Angebot angenommen“, sagt Fabian Borghardt, Koordinator des Nachbarschaftstreffs. Deswegen sind die Mitarbeiter vor Ort mit den Parchauern ins Gespräch gekommen.

Das Ergebnis: Die Jugendlichen wollen einen Ort, an dem sie sich treffen können. In Zusammenarbeit entstand ein Projekt, bei dem eine selbstgebaute Hütte entstehen soll. Die Begegnungsstätte soll am alten Klärwerk entstehen. Wann das Projekt beginnt, steht noch nicht fest.