Burg l Die Lektüre der Volksstimme ließ Andreas Scheffler am Dienstagmorgen sofort zum Telefon greifen. Dass es den städtischen Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nicht geben sollte, wollte er nicht einfach so hinnehmen und knüpfte die ersten Kontakte. Fast pa- rallel dazu reagierte auch Gerry Weber, dem es ebenfalls unvorstellbar war, dass der Markt einfach ausfallen könnte. Am Nachmittag präsentierten sie sich der Volksstimme im Gespräch und mit einem klaren Ziel: „Wir wollen den Weihnachtsmarkt retten“.

Bis zu jenem Zeitpunkt waren ihre Pläne schon so weit gediehen, dass man auch sagen könnte, sie werden den Weihnachtsmarkt retten. Die Erklärung ist einfach: „Wir sind in Burg so bekannt, dass wir uns gar nicht leisten könnten, dass das schiefgeht“, sagte Scheffler, Betreiber des Big Ben und seit Jahren auch auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. Zunehmend habe er sich darüber geärgert, dass er von der auswärtigen Veranstaltungsagentur immer mehr an den Rand gedrängt worden sei. So wie auch die anderen einheimischen Händler.

Fünfstelliger Betrag

Der Weihnachtsmarkt selbst sei aber wichtig, ein Highlight im Burger Veranstaltungskalender. Ebenso euphorisiert ist Gerry Weber, der das Steinhaus in der Fußgängerzone und den gegenüberliegenden Lottoladen betreibt. Ihm liegt am Herzen zu verkünden, dass neben dem Weihnachtsmarkt auch ein weiteres Ereignis wieder stattfinden wird, das ebenfalls gefährdet schien: die Glüh-weinnacht. Letztlich eine Veranstaltung, die auf seine Initiative zurückzuführen sei, als er Anfang der 2000er meinte, dass der Weihnachtsmarkt doch auch ein wenig Unterhaltung vertragen könne. Seit 2004 gibt es die Nacht nun schon, nach deren Termin viele Anhänger schon im Sommer fragen würden. „Da kommen Besucher auch von weither angereist, nur um diesen Abend zu genießen“, gab Scheffler ein Stimmungsbild wieder. Der Termin steht schon fest: 30. November.

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Der Weihnachtsmarkt soll rund um den ersten Advent, von Mittwoch 27. November, bis Sonntag, 1. Dezember, stattfinden. Aufgebaut wird er in der Schartauer Straße. „Es wird ein Jahrmarkttreiben geben, weihnachtliche Gastronomie und ein Bühnenprogramm“, kündigte Scheffler an. Um das auf die Beine stellen zu können, sollen noch einige Unternehmen als Sponsoren gewonnen werden, immerhin sei eine fünfstellige Summe, etwa 25.000, Euro zur Finanzierung notwendig. Die Stadt hat Unterstützung signalisiert. Die beiden kennen sich schon seit Jahren, „so eng haben wir aber noch nie an einem Projekt zusammengearbeitet“, räumte Weber ein, indes der Optimismus überwiegt oder auch: „Wir schaffen das“.