Burg/Genthin l Der Fiener Bruch. Unendliche Weite. Und unendlich schön. Zumindest am Dienstagabend im leichten Frühlingssonnenlicht. Hier verläuft der Karower Hauptgraben. Und hier stehe ich mit Katrin Erdmann, Fachbereichsleiterin für Umwelt; Franziska Wehr, Sachgebietsleiterin der Wasserbehörde, sowie Claudia Hopf-Koßmann, Pressesprecherin des Landkreises, und schaue auf – Bretter.

Fischpass schützt den Bestand

Das Tolle daran ist in diesem Fall das, was man nicht sieht – und das ist auch gut so. Unter den festgeschraubten Holzbrettern verbirgt sich ein Fischpass. „Damit schützen wir den Fischbestand“, erklärt Franziska Wehr. Wie ein Parcours verlaufen in einem abgetrennten Teil vom Rest der Rietschleuse kleine Betonelemente, damit die flinken Fiener-Fische die Anlage durchqueren. Zum Beispiel, wenn sie zu ihren Laichplätzen schwimmen. Die Bretter über dem Fischpass schützen die Tiere – auch vor Zweibeinern.

Der Karower Hauptgraben ist ein Gewässer Zweiter Ordnung. Will heißen: Seine wasserwirtschaftliche Bedeutung ist nicht ganz so hoch wie beispielsweise die der Elbe. Der Graben gehört zu den insgesamt 2200 Kilometern an Gewässern Zweiter Ordnung, die das Jerichower Land wie blau-schimmernde Adern durchkreuzen.

Behörde sitzt in Genthin

Mittendrin in diesem Geflecht aus Neben- und Hauptgewässern sitzt die Wasserbehörde in der Zweigstelle der Kreisverwaltung in Genthin. Dass es aus den Wasserhähnen im Jerichower Land so sauber fließt – auch dafür ist die Behörde zuständig.

„Das Trinkwasser wird von den Verbänden im Landkreis gefördert“, erklärt Katrin Erdmann. Die Genehmigungen für etwaige Brunnenbohrungen erteilt jedoch die Behörde, und das nur unter strengen Auflagen. Direkt um den Brunnen verläuft die höchste Trinkwasserschutzzone Eins. „Ich sage immer: Da darf man noch nicht einmal niesen“, erzählt Erdmann mit einem Lachen. In Zone Zwei ist keine Intensivlandschaft erlaubt, in Zone drei sind die Auflagen am schwächsten.

Akribische Arbeit

Von Brunnenbohrung bis Fischpass: Alles, was sich um den Wasserhaushalt, den Schutz von Gewässern, Abwasser, Niederschlag und die Entnahme von Grundwasser dreht, läuft über ihren Schreibtisch. Wenn am Weltwassertag das kühle und vor allem saubere Nass aus den Wasserhähnen des Landkreises läuft, dann liegt das auch an der akribischen Arbeit von Katrin Erdmann, Franziska Wehr und ihren Kollegen von der Wasserbehörde.