Wenn Gemütlichkeit ungemütlich wird

Wenn bestimmte Gartenabfälle qualmen, kann es ganz schnell für Gartenbesitzer ganz teuer werden

Eine Feuerschale im Garten kann schon eine echt gemütliche Angelegenheit sein - aber bitte immer bei richtiger Benutzung. Grünschnitt gehört dort nicht hinein. Was passiert, wenn dieser in Gommern doch dort verqualmt wird.

Von Thomas Schäfer
In eine Feuerschale gehört nur reines, unbehandeltes und trockenes Holz - ansonsten kann es ganz schnell ungemütlich werden.
In eine Feuerschale gehört nur reines, unbehandeltes und trockenes Holz - ansonsten kann es ganz schnell ungemütlich werden. Foto: Thomas Schäfer

Gommern - Endlich ist er da: der Frühling. Wir mussten ja nun wirklich lang genug auf angenehmere Temperaturen warten. Die derzeitige Feuchtigkeit lässt es zudem an allen Ecken und Enden des Gartens grünen und sprießen. Und ist es wieder etwas trockener, wird es alle ins Freie hinaus ziehen. Zum Grillen und zur Gemütlichkeit gehört da gerne eine Feuerschale mit dazu. Genehmigungspflichtig ist so eine Feuerstelle im Garten laut Bundesimmissionsschutzgesetz nicht. Trotzdem darf nicht alles darin verbrannt werden. Vor allem Gartenabfälle gehören auf die Grünschnittplätze - nicht in die Feuerschale, ist da deutlich vermerkt.

Verbrennt man sie trotzdem darin, ist das ganz klar eine Ordnungswidrigkeit, sagt Moritz Schmidt vom Ordnungsamt Gommern - denn so steht es in der Gefahrenabwehrverordnung der Einheitsgemeinde Gommern. „Kommt es zur Anzeige, wird es dokumentiert - beim ersten Mal gibt es eine Mahnung, beim zweiten Mal geht es dann an den Landkreis zur Immissionsschutzbehörde. Die erlassen dann die Bußgelder.“ Und diese können laut Gesetz bis zu 5000 Euro betragen.

Dass Gartenabfälle schon seit Jahren nicht mehr im eigenen Garten verbrannt werden dürfen, weiß doch jeder – könnte man denken. Aber nein. In den letzten drei bis vier Jahren gingen durchaus immer wieder Meldungen zu Feuern mit Gartenabfällen oder -schnitt beim Ordnungsamt Gommern ein, kann Schmidt bestätigen. „Wir haben in diesen Fällen viel mit Ermahnungen gearbeitet. Wiederholungstäter, die hätten an den Landkreis gemeldet werden müssen, gab es aber nicht“, so Schmidt weiter.

Personliches Gespräch hilft meistens

Meldungen solcher Fälle werden meistens persönlich und zügig seitens des Ordnungsamtes bearbeitet. „Wir fahren dann dorthin. Brennt es noch, fordern wir an Ort und Stelle auf, das Feuer zu löschen. Ansonsten suchen wir das persönliche Gespräch. Die meisten zeigen sich einsichtig“, kann er aus Erfahrung berichten. 

Allerdings gab es auch schon Hinweise, die ins Leere liefen. Schriftliche Mahnungen sieht Moritz Schmidt als wenig sinnvoll an. „Die würden ja erst zwei Tage später ankommen.“ Daher bleibe es bevorzugt bei einem schnellen Vororteinsatz. Es hat sich eben auch bewährt.

Starke Rauchentwicklung kann täuschen

Ein Grund für eine Meldung beim Ordnungsamt könnte die starke Rauchentwicklung sein, die vor allem beim Verbrennen von frischen und damit noch feuchten Gartenabfällen auftritt. Schnell kann da der Verdacht aufkommen, dass es sich nicht nur um ein kleines lauschiges Feuerchen in einer Schale handelt, sondern um ein größeres Feuer, das gelöscht werden muss. Griff da schon einmal wer aus Angst zum Telefon und rief die Feuerwehr?

„So etwas gab es durchaus schon einmal und auch immer wieder“, kann Gommerns Ortswehrleiter Steven Vonend bestätigen. Ein bis zwei Mal im Jahr könne man mit so etwas rechnen. Grund sei tatsächlich die starke Rauchentwicklung, die falsch wahrgenommen werde. Im Schnitt wird dann eine Einsatzgruppe alarmiert. Das heißt, es rücken etwa 15 Leute aus – wegen einem Laubfeuer in einer Feuerschale.

Auch die Feuerwehr mahnt dann vor Ort an, klärt über die Sachlage auf und weist immer auf die Grünschnittplätze hin, wo die Gartenabfälle ja eigentlich hingehören. Wenn es noch brennt und qualmt, wird auch noch abgelöscht. 

Appell an die Vernunft

Illegale Feuer sind für die Feuerwehr aber kein neues Thema. Vor allem in den vergangenen warmen Sommern gab es so einige, die die Nächte nutzten, um Lagerfeuerromantik in der Natur zu genießen. Feuer im Naturschutzgebiet auf der Sanddüne Fuchsberg am Kulk oder am AWG-See - oft ganz nah zum Waldesrand - wurden da von der Feuerwehr entdeckt - leider meistens erst im Nachgang. „Das geht gar nicht“, sagt Vonend. Denn die Gefahr, die die Lagerfeuerromantiker damit eingingen, könnten diese selbst gar nicht einschätzen.

Ob illegale Feuer in der Natur oder das Verbrennen von Gartenabfällen - beides alarmiere die Feuerwehr natürlich unnötiger Weise. Auch Vonend appelliert da an die Vernunft der Menschen. Denn es ist ja eigentlich ganz einfach: Ein Feuerchen darf sein, in einer Feuerschale mit getrocknetem Holz. Und mal ehrlich: Wo kommt denn Romantik und Gemütlichkeit auf, wenn es die ganze Zeit qualmt und raucht?