Burg l „Der Winter ist längst noch nicht vorbei“, sagt René Simstedt, neuer Leiter des städtischen Bauhofes. In seiner 29-jährigen Erfahrung weiß er, dass die Landschaft gerade in den Anfangsmonaten eines neues Jahres doch noch mit einer weißen Decke überzogen werden kann, und die Temperaturen dann schnell in den Keller purzeln. Und wenn auch nur für eine kurze Zeit. Für den Fall aber habe sich der Bauhof gewappnet. 140 Tonnen Salz und 150 Tonnen Splitt liegen in der Rosenstraße und der Grabower Landstraße bereit. „Damit werden wir sicher auskommen“, schätzt Simstedt.

Einen leichten Vorgeschmack auf Väterchen Frost hatten die Mitarbeiter bereits Anfang Dezember und vergangenen Sonntag erlebt, als tatsächlich Schneefall einsetzte. An beiden Tagen waren die etwa 13 Mann starken Gruppen schnell im Stadtgebiet und in den sechs Dörfern im Einsatz, um die Straßen abzustumpfen – quasi eine Generalprobe. Zwei Lkw, sechs Multicar und ein Geräteträger stehen dafür zur Verfügung. „Unsere Teams sind eingespielt, jeder weiß, was er zu tun hat“, erklärt der Bauhof-Chef. Das ist auch notwendig: Immerhin gehören 120 Kilometer Straßen, 30 Kilometer Radwege und zwölf Kilometer Fußwege, einschließlich Schartauer Straße oder Katzentreppe, zum Winterdienst.

Klare Prioritätenliste

„Deshalb können wir auch nicht an jedem Ort gleichzeitig sein, sondern arbeiten nach einer klaren Prioritätenliste.“ Soll heißen: An erster Stelle stehen die Haupt- beziehungsweise Gemeindestraßen Burgs mit Buswendeschleifen und Haltestellen, dann die weniger befahrenen und bedeutsamen Straßen und anschließend die Anliegerabschnitte. Wann und ob mit dem Streuen und Abstumpfen begonnen wird, hänge im Wesentlichen von einer Kontrollfahrt ab, die entsprechend der Wetterlage und -vorhersage zwischen 2 und 3 Uhr morgens unternommen wird. Gestern zum Beispiel hatte sich im Gegensatz zum Sonntag der Winterdienst schnell erübrigt, weil weder Frost noch Schnee einsetzten und auch nicht vorhergesagt waren.

Von Entwarnung könne aber deshalb nicht die Rede sein, so Simstedt. „Laut den Prognosen ist in den nächsten Tagen wieder mit etwas Schnee zu rechnen.“ Die Vorhersagen können sich natürlich auch ändern, weshalb der 47-Jährige die Daten im Internet ständig im Blick hat. Das war übrigens auch vor zehn Jahren der Fall. Damals war der Schneefall derart gewaltig, dass die gefrorenen Massen auch mit Hilfe von Unternehmen aus dem Stadtgebiet abgefahren werden mussten und der Bauhof in einem Winter etwa 300 Tonnen Splitt und Salz verbrauchte. „Wir mussten sogar Salz nachbestellen. Die gelieferte Waren war dann so feucht, dass sie kaum zu gebrauchen war“, erinnert sich Simstedt. Davon ist der städtische Eigenbetrieb heute meilenweit entfernt.

Appell an Grundstücksbesitzer

Das schätzt auch Stadt-Pressesprecher Bernhard Ruth so ein. Er appelliert trotzdem auch an die privaten Grundstücksbesitzer Hand anzulegen, falls es doch noch richtig winterlich werden sollte.