Burg l Wer in diesen Tagen von Winter spricht, wird eher belächelt. Väterchen Frost hat sich zurzeit zurückgezogen, statt die Quecksilbersäule richtig fallen zu lassen. Für Bauhof-Chef Horst Pötter sind die aktuellen Temperaturen dennoch nicht ungewöhnlich. „Das war auch in den vergangenen Jahren nicht wesentlich anders. Der Winter kommt noch mit all seinen Facetten“, ist er überzeugt. Soll heißen: Schnee, Eisglätte und Minusgrade werden noch erwartet. „Und darauf müssen wir rechtzeitig vorbereitet sein“, so Pötter.

Technik in den vergangenen Jahren aufgerüstet

Sollte, wie vermutet, im Januar tatsächlich das Wetter umschlagen, können die Mitarbeiter sofort darauf reagieren – mit Personal und Technik. Erreichen die Temperaturen die kritische Gefriergrenze, werden die Beschäftigten in drei Rufbereitschaftsgruppen zu je zwölf Mitarbeitern plus Einsatzleiter aufgeteilt. „Diese Rufbereitschaft geht immer von Montag, 7 Uhr, bis zum darauffolgenden Montagmorgen“, erläutert Pötter. Diese Variante sei wichtig, weil das städtische Unternehmen immerhin für 250 Straßenkilometer, 20 Kilometer Rad- und Fußwege sowie eine Fläche von 10 000 Quadratmetern an Plätzen verantwortlich ist.

Für den Fall der Fälle hat der Bauhof vorgesorgt, damit die Straßen und Wege möglichst schnell geräumt und abgestumpft sind. Allein auf dem Gelände der Rosenstraße lagern 120 Tonnen Streusalz, in der Grabower Landstraße noch einmal 30 Tonnen Streusalz in einem Unterfahrsilo, hinzu kommen 100 Tonnen Sand, 200 Tonnen Splitt und 10 000 Liter Magnesiumsohle. Diese Mengen seien für einen normalen Winter ausreichend. Vermutlich werden wieder etliche Tonnen übrigbleiben. „Aber lieber etwas mehr als zu wenig vorhalten“, sagt der Bauhof-Leiter.

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Arbeiten sind effizienter

Er ist zufrieden, dass die Stadt in den vergangenen Jahren zunehmend in die Technik investiert hat, damit die Arbeiten schneller und vor allem effizienter vonstatten gehen können. Erst vor wenigen Tagen wurde ein wendiger Hansa-Geräteträger in Dienst gestellt. Das kleine Allrad-Fahrzeug kann beispielsweise mit Aufsatzstreuer und Schiebeschild ausgerüstet werden und ist so auch in den engeren Altstadtstraßen von Burg ideal einsetzbar.

Daneben verfügt der Bauhof über zwei Lkw mit Aufsatzstreuer und Räumschild, einen Radlader zum Beladen des Streugutes, drei Multicar mit Aufsatzstreuer und Räumschild, drei Transporter für den Winterdienst per Hand und zwei Kleintraktoren. Das sei eine ordentliche Menge, um schnell reagieren zu können.

Vorrang haben Schulwege und Kreuzungen

Und während die einen Mitarbeiter dafür sorgen, dass die Burger morgens möglichst unfallfrei zur Arbeit kommen, sind andere damit beschäftigt, dass 25 Bushaltestellen und acht Fußgängerüberwege beziehungsweise Ampelkreuzungen sicher zu betreten sind.

Auch die Flächen müssen entsprechend einer Prioritätenliste geräumt und abgestumpft werden. „Sollten wirklich Schnee und Eisglätte kommen, können wir nicht zeitgleich überall sein. Vorrang haben erst einmal Schulwege, Strecken von Buslinien und die Kreuzungsbereiche. Da bitten wir ums Verständnis“, sagt Pötter. Denn alles könnten die städtischen Mitarbeiter auch nicht richten.

Von Stadt und Anliegern abhängig

Horst Pötter und Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) hoffen, dass auch die privaten Grundstückseigentümer oder deren Beauftragte ihrer Streupflicht wieder nachkommen werden. „Ein richtiger Winterdienst funktioniert nur in der Gemeinschaft zwischen der Stadt und den Anliegern“, so der Bürgermeister.