Möckern l Die Werte für Häuser und Grundstücke auf dem Papier mussten entsprechend aktueller Bewertungen deswegen deutlich nach unten korrigiert werden, was sich nun negativ auf die Bilanz der Loburger Wohnungsbaugesellschaft auswirkt, so Gerald Köhler auf Volksstimme-Nachfrage. Dennoch hoffe man, den Fehlbetrag wieder ausgleichen zu können, erklärte Gerald Köhler. Der Stadtrat von Möckern musste sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema befassen.

Unternehmen seit 2003 in angespannter Lage

Seit dem Jahr 2003 befindet sich die Loburger Wohnungsbaugesellschaft in einer angespannten Lage, so Köhler. Es sei aber realistisch, dass das Unternehmen aus eigener Kraft für die kommenden zwei Jahre bestehen könne. Köhler verweist darauf, dass die Bilanz bei den normalen Aufwendungen und Erträgen ansonsten fast ausgeglichen sei. Seit dem Jahr 1996 habe man keine Kredite mehr aufnehmen müssen, allerdings sitze das Unternehmen auf gut einer Million Euro Altschulden.

Die Wohnungsbaugesellschaft in Loburg verwaltet etwa 360 Wohnungen. Das Unternehmen verkaufte inzwischen einige Objekte. Der Leerstand wird aktuell mit 20 Prozent angegeben. Nachdem der Leerstand in den Jahren 2012 und 2013 stark angestiegen war, gingen die Zahlen für unbelegte Wohnungen im Jahr 2014 wieder nach unten. Ursache dafür sei auch die Mitarbeiter-Entwicklung an den Wiesenhof-Standorten in der Region. „Das hat uns geholfen“, so der Wobau-Chef. Zum Vergleich: die Wohnungsbaugesellschaft Möckern erwirtschaftet Gewinn und hat einen Leerstand von etwa sechs Prozent. Beide Wohnungsbau-Unternehmen werden gemeinsam geführt.

Der Stadtrat von Möckern hatte in seiner zurückliegenden Sitzung die Entlastung von Geschäftsführer und Aufsichtsrat empfohlen und ebenfalls beschlossen, dass der Fehlbetrag in Höhe von 795 993 Euro „auf neue Rechnung vorzutragen“ sei.

Dazu erläutert Wobau-Geschäftsführer Gerald Köhler, man hofft, dass der Fehlbetrag doch noch ausgeglichen werden kann und verbucht ihn auf der Passivseite der Gewinn-und Verlust-Rechnung. Alternativ hätten auch die Unternehmenseigentümer (überwiegend die Stadt Möckern und mit wenigen Anteilen die Stadt Gommern) den Ausgleich herbeiführen können. Dies wollten sie laut Gerald Köhler aber nicht.

2400 Wohnungen von Möckern verwaltet

Auf Beschluss des Stadtrats von Möckern im Jahre 2013 wurden die Verwaltungen der beiden kommunalen Wohnungsbaugesellschaften der Stadt Möckern im Rahmen einer umsatzsteuerlichen Organschaft zusammengelegt. Eine Fusion war aus steuerlichen Gründen nicht möglich. Zum 1. April 2014 hatte die Wohnungsbaugesellschaft Möckern das Personal der WBG Loburg übernommen. Die Verwaltung beider Gesellschaften erfolgt seitdem gemeinsam mit dem Ziel einer effizienteren Arbeit für die beiden Verwaltungsunternehmen.

Neben den kommunalen Wohnungen in Möckern und Loburg (zusammen sind es etwa 1700 Wohnungen) verwaltet die Wohnungsbaugesellschaft Möckern (WBG) als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Möckern seit dem Mai des Jahres 2014 auch die etwa 740 Wohnungen von der Pareyer Wohnungsbaugesellschaft (PWG).