Magdeburg l Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte den Deutschen Ethikrat aufgefordert, sich zu einer Impfpflicht für Pflegekräfte zu positionieren. „Der Rat sollte sich damit beschäftigen“, forderte er am Dienstag. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte dazu: „Ich lehne eine Impfpflicht kategorisch ab. Das wäre eine politische Lüge. Es wurde immer gesagt, dass es keine Pflicht geben wird, sich impfen zu lassen. Davon abzuweichen, wäre ein großer Fehler". Eine Änderung würde die Glaubwürdigkeit der Politik zerstören.

Es müsse in der Entscheidung eines jeden Einzelnen liegen, ob er sich gegen das Coronavirus impfen lassen wolle oder nicht. „Wenn es zur Pflicht gemacht wird, besteht die Gefahr, dass Pflegekräfte, die das nicht wollen, kündigen. Dann hat man gar nichts gekonnt“, so Trümper.

Impfungen in Heimen gehen weiter

In Magdeburg wird seit den Weihnachtsfeiertagen in Altenheimen geimpft. Die Bereitschaft zur Impfung der Bewohner sei hoch, liege bei über 60 Prozent. „Bei den Pflegekräften hoffe ich, dass die Impfbereitschaft weiter steigt. Ansonsten gilt: Immer wieder testen mit Schnelltests“, sagte Trümper.

Ansonsten bleibt es derzeit bei der Festlegung, das Magdeburger Impfzentrum erst zu öffnen, wenn auch genügend Impfstoff zur Verfügung steht und sicher ist, dass regelmäßig Nachschub kommt. Nach derzeitigem Stand werde das Impfzentrum nicht vor dem 20. Januar öffnen.

Weiterer Impfstoff wird geliefert

In den nächsten Tagen ist eine erneute Impfstofflieferung für Magdeburg angekündigt worden, die für weitere 1950 Impfungen reichen soll. Danach sind regelmäßige wöchentliche Lieferungen vorgesehen, sagte die zuständige Beigeordnete Simone Borris. „Unser Fokus bleibt auf den Altenheimen. Hier soll zunächst in allen Einrichtungen geimpft werden. Danach stehen wir vor der großen Aufgabe, die mehr als 18.000 Magdeburger über 80 Jahre zu impfen“, so Trümper.

Während die mobilen Impfteams derzeit noch die restlichen Altenheime anfahren und impfen, soll ab dem 20. Januar 2021 damit begonnen werden, die ersten Zweitimpfungen vorzunehmen. Dafür hat die Stadt entsprechende Reserven angelegt, die dann zum Einsatz kommen. Mittlerweile gibt es auch schon Nachmeldungen aus Heimen, in denen schon geimpft wurde, so Simone Borris. Weitere Bewohner und auch Pflegekräfte, die sich in der ersten Runde noch nicht dafür entschieden hatten, wollen nun geimpft werden.

Derweil wird in der Stadtverwaltung geprüft, wie künftig eine Terminvergabe zur Impfung im Impfzentrum organisiert werden kann. Da immer wieder Probleme mit der bundesweiten Hotline 116117 gemeldet werden, wolle die Verwaltung Möglichkeiten erörtern, wie sie selbst eine Terminvergabe handhaben kann. „Das wird aber derzeit noch geklärt“, so die zuständige Beigeordnete.