Gardelegen l Kunst, die unterschiedlicher nicht sein kann, aber allesamt Kunst aus dem Blickwinkel junger, angehender Künstler, die gibt es jetzt in der Cafeteria des Gardeleger Altmark-Klinikums. Dort werden seit Montag Arbeiten von Kunststudenten präsentiert, die sich am diesjährigen Sommercampus der Künstlerstadt Kalbe beteiligt haben. Darunter sind auch Arbeiten des australischen Künstlers Michael McIrnerny. Sein Thema seien das Licht und die Weite, erläuterte Corinna Köbele, Vorsitzende des Kalbenser Künstlerstadtvereines, bei der Ausstellungseröffnung am Montagnachmittag. Und die Weite der Altmark habe er mit seinen besonderen Fotografien eingefangen. Fotografien, die im Vordergrund auf Transparentfolie das Kalbenser Kalb zeigen.

Mit einer Großbildkamera habe Haiwei Yc aus China, zurzeit Student in Halle, unter anderem Menschen bei der Arbeit abgelichtet. Er habe einen ganz besonderen Blick für ungewöhnliche Momente, so Köbele. Die junge Kunststudentin Julia Badow aus Karlsruhe habe sich vor allem der Porträtmalerei gewidmet. Sie präsentiert in der Ausstellung ein Frauenbild, gemalt nach einem Foto. Fasziniert habe sie dabei der nachdenkliche Blick der Frau. „Ich habe nun versucht herauszufinden, was die Frau bewegt haben könnte“, erzählte Julia Badow. Und ihre Vorstellungen dazu hat sie auf ihr Bild geschrieben.

Ausstellungen sollen zur Tradition werden

Altmärkische Kräuter am Wegesrand hat Charlet Gehrmann vom Caspar-David-Friedrich-Institut Greifswald mit Feder und Tusche zu Papier gebracht. Und ganz begeistert zeigte sich Corinna Köbele von einem Werk einer jungen Kunststudentin, die beim Ausräumen ihrer Wohnung inspiriert wurde. Zu den Fundstücken hätten Stifte, darunter ein orangefarbener Filzstift, gehört. Auf Millimeterpapier habe sie solange dicht an dicht Striche gemalt, bis der Filzstift leer war, die Farbe immer mehr verblasste. „Das Bild lebt richtig, ein Beben und Zittern. Ich finde das sehr schön“, schwärmte Corinna Köbele. Die junge Frau habe darüber hinaus Kissen in traditioneller Stickerei angefertigt mit Sprüchen, die allerdings alles andere als traditionell seien. „Das sind Flüche gegen ihren Ex, der sie verlassen hat. Sehr interessant“, sagte Köbele.

Bilder

Künstlerstadt in Berlin

Die kleine Ausstellung ist zum zweiten Mal ein Gemeinschaftswerk des Künstlerstadtvereines und des Fördervereines des Gardeleger Altmark-Klinikums. „Wir freuen uns auf diese Ausstellungsmöglichkeit“, betonte Köbele. Denn anders als für gestandene Künstler gebe es für Kunststudierende bei weitem nicht so viele Möglichkeiten, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. „Kunst gehört unbedingt in ein Krankenhaus“, betonte Köbele. Denn Kunst lenke Patienten ab, bringe sie auf andere Ideen, sei ein wichtiger Genesungsfaktor. Viel mehr noch, Patienten sollten sich im Krankenhaus auch selbst künstlerisch betätigen können. „Ich bin dafür, dass auch in Patientenzimmern Stifte und Farben liegen“, so Köbele.

Keine schlechte Idee, fand Dr. Brigitte Gutsche, leitende Oberärztin im Gardeleger Altmark-Klinikum. Sie könnte sich gut vorstellen, dass Ausstellungen der Künstlerstadt Kalbe eine ständige Einrichtung im Gardeleger Altmark-Klinikum werden. Das sieht auch Hartmut Krüger vom Förderverein des Klinikums nicht anders. „Ich hoffe, dass wir eine Tradition daraus machen können“, so Krüger.Am heutigen Mittwoch wird sich die Künstlerstadt Kalbe in Berlin präsentieren. Der Verein habe eine Einladung zur Kultursommernacht in der Landesvertretung von Sachsen-Anhalt in Berlin erhalten. „Das ist eine große Ehre für uns“, betonte Corinna Köbele, denn die kleine zierliche, außerordentliche umtriebige Frau mit einer großen Leidenschaft für die Kunst nutzt jede Gelegenheit, um das Künstlerstadtprojekt weithin bekannt zu machen. Und in Berlin wird sie dann auch Kanzlerin Angela Merkel von der Künstlerstadt Kalbe berichten. „Ich freue mich darauf“, sagte Köbele. Viel Erfolg dabei wünschten ihr die Gäste der kleinen Ausstellungseröffnung im Altmark-Klinikum.