Kalbe l Matthias Fischer, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie der Kalbenser Median-Klinik, begrüßte zur Eröffnung die zahlreichen Besucher im großzügigen Foyer der Einrichtung. Wie schon in den vergangenen Jahren, gab es auch diesmal wieder kulturelle Umrahmung zur Eröffnungsveranstaltung. Zunächst erfreuten Kinder aus dem Kalbenser Schulhort unter der Leitung von Christina Schulenburg und Sylvia Ebeling der Grundschule Kalbe mit einem Singstück und einer Tanzdarbietung. Anschließend musizierte das Kalbenser Mandolinen- und Gitarrenorchester und brachte mehrere, zumeist bekannte volkstümliche Melodien zu Gehör. Die Orchesterleiterin, Gisela Horst, spielte selbst Akkordeon.

Nach einem Grußwort der Chefärztin für Urologie, Dr. Katharina Molenda, gab Matthias Fischer einige Erläuterungen, die auf das Thema des Tages – Rückenschmerzen – einstimmten. Außerdem richtete Fischer die Grüße der kaufmännischen Leiterin der Median-Klinik Kalbe, Jaqueline Waeke, aus, die am Sonnabend verhindert war. Der Mediziner stellte dann das Programm vor, in dessen Mittelpunkt drei Fachvorträge standen.

Schüler haben schon Rückenprobleme

Matthias Fischer war der erste Referent. Sein Vortragsthema lautete „Volksleiden Rückenschmerz“. Einleitend informierte der Orthopädie-Facharzt, dass 80 Prozent der Mitteleuropäer schon einmal, mehrfach oder sogar häufig unter heftigen Rückenschmerzen litten. Aufgrund der Häufigkeit könne man tatsächlich von dem Volksleiden Nummer Eins sprechen. In Deutschland seien laut einer aktuellen Erhebung 26,5 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage auf Rückenprobleme zurückzuführen. „Sogar jeder dritte Grundschüler klagt über Probleme mit dem Rücken. Das ist sehr bedenklich“, so Fischer. Der Arzt widmete sich in seinem Vortrag speziell den wirbelsäulenbedingten Rückenschmerzen. Er beleuchtete die verschiedenen Formen eben dieser Probleme und ging auf Diagnose- und Therapiemöglichkeiten ein. Die Zuhörer erfuhren, dass es oft schwierig ist, die richtige Diagnose zu erstellen, weil es häufig eine Kombination von Ursachen gibt.

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Den zweiten Fachvortrag hielt die Psychologin der Median-Klinik, Bianka Tonn. Sie sprach über die Herausforderungen des Rückenschmerzes aus psychologischer Sicht. Wie die Referentin hervorhob, seien 90 Prozent der Rückenschmerzen nicht hinreichend durch körperliche Ursachen erklärbar. Bei vielen Rückenproblemen spielten psychische Ursachen eine Rolle. „Heute lässt sich das durch die Hirnforschung gut erklären. Das Hirn-Areal, das für das Schmerzempfinden verantwortlich ist, wird auch aktiviert, wenn wir psychische Schmerzen erleiden“, erklärte Bianka Tonn. In ihrem Referat vertiefte die Psychologin diese Thematik noch deutlich und ging auf Diagnose- und Therapiemöglichkeiten ein.

Bewegung ist Grundlage des Lebens

Dritte Referentin war die Sporttherapeutin der Klinik, Corinna Engel. Sie gab eine Reihe praktischer Hinweise, um Rückenschmerzen im Alltag entgegenzuwirken.Und sie gab den Zuhörern ihr persönliches Lebensmotto mit auf den Weg: „Bewegung ist die Grundlage des Lebens“. Corinna Engel stellte auch gezielte Übungen für den Rücken vor und gab entsprechende Anleitungen.

Während des Reha-Tages gab es für die Besucher noch eine Menge weiterer Informationsangebote. So stellten mehrere Einrichtungen und Hersteller von medizinischen Produkten ihre Leistungen und Angebote vor. Mit vor Ort war auch das Ehepaar Annerose und Reinhard Wanke. Die beiden aktiven Rentner veranstalten mit Patienten der Median-Klinik Kalbe etwa alle 14 Tage Bastelnachmittage. Unter ihrer Anleitung können die Teilnehmer viele tolle Dinge herstellen und dabei eine Menge eigener Kreativität mit einbringen. So entstehen unter anderem Schmuck, LED-Leuchten mit den unterschiedlichsten Motiven, Weihnachts-Dekorationen, Schmuckkarten und vieles mehr. Eine große Auswahl der Produkte wurde ausgestellt. Sie konnten – zum Materialkostenpreis – erworben werden.

Im Anschluss an die Fachvorträge gab es für die Anwesenden noch ein Gratis-Mittagessen, das, so Fischer, dank engagierter Sponsoren angeboten werden konnte. Danach nutzten einige Besucher auch noch die Möglichkeit, bei einem geführten Rundgang die Rehabilitationsklinik kennenzulernen. Der Deutsche Reha-Tag erlebte am Sonnabend die zwölfte Auflage und stand unter dem Motto „Rechtzeitig handeln“.