Gardelegen l Hansefest-Veranstalter Alexander Kopke stellte es gleich zu Beginn der Sozialausschusssitzung klar: „Es wäre falsch, keinen Eintritt zu nehmen.“ Und er begründete es auch: „Man muss dem Bürger auch klar machen, dass kulturelles Programm etwas kostet.“ Keinen Hehl machte der Veranstalter aus Magdeburg daraus, dass „ich gern wieder in die Innenstadt gehen würde“. Allerdings merkte er auch an, dass er schon überrascht gewesen sei, dass das Fest ausgeschrieben werden soll, wo es doch der Stadt kein Geld kostet, „weil das gesamte Risiko bei meiner Firma liegt“, so Kopke. Einzig für spezielle Veranstaltungen, wie etwa die MDR-Party, hatte es Unterstützung durch Sponsoren gegeben.

8000 bis 10000 Besucher

Die Stadt unterstütze, indem sie das Gelände zur Verfügung stelle und kostenlos plakatiert werden könne, so Kopke. Und er verdeutlichte auch, dass in den vergangenen Jahren durchaus hochkarätige Gäste zum Hansefest kamen, „das aber die Gagen im deutschsprachigen Bereich explodiert sind“. Zu den Kritikpunkten, die nach dem Hansefest im August, als erstmals eine Publikumsbefragung stattfand, zusammengetragen wurden, sagte Kopke: „Es sind in den vergangenen Jahren immer zwischen 8000 und 10 000 Besuchern gewesen, es kann nicht so schlecht sein, wenn so viele gekommen sind.“

Auf wenig Zustimmung stieß der Vorschlag von Sozialausschussmitglied Anja Rohrdiek (berufene Bürgerin, CDU-Fraktion), die in Frage stellte, ob drei Tage Fest nötig seien oder nicht nur zwei ausreichend. Kopke entgegnete, dass es dann noch schwieriger werde, Beschicker für die Händlermeile zu gewinnen. Und auf noch einen Punkt machte Kopke aufmerksam: dass es in den Sommerferien schwierig sei, Kindergruppen und Chöre für Auftritte zu bekommen. Er betonte, dass er in denen vergangenen Jahren immer wieder bemüht gewesen sei, Gardeleger Künstler zu beteiligen. Und auch habe er immer die Gardeleger Händler versucht, zu bewegen, sich am Fest zu beteiligen.

Wieder verstärkt Regionales

Mit der Verwaltung habe er sich nach einer ersten Auswertung der Umfrage bereits verständigt, „den Hansegedanken wieder mehr aufzugreifen“. „Es wird uns gelingen, mehr Regionales einzubinden“, versicherte etwa Gabriela Winkelmann von der Stadtverwaltung. Damit spielte sie beispielsweise auf regionale Erzeuger an, „die vielleicht auch nur einen Tag beim Fest einen Stand haben möchten“. Und sie nannte eine Hansestraße, die mit Leben gefüllt werden könnte. Weitere Idee: Das Fest „Wir sind Gardelegen“, das im September in der zweiten Auflage stattfand, mit ins Hansefest zu integrieren. Die Talenteshow etwa sei dort sehr gut angekommen. Erste Überlegungen gab es zum Lindenhofgarten, wo eine Art Jugendareal beim Fest entstehen könnte.

Ralf Linow (Linke-Fraktion) kritisierte, dass das Fest von Jahr zu Jahr schlechter werde. Oliver Stegert (SPD-Fraktion) fand, dass es zu viele Billighändler gebe. Allgemeine Zustimmung notierte Bürgermeisterin Mandy Zepig bei folgenden Punkten: Das Fest soll zurück in die Stadt, und es wird weiterhin Eintritt kassiert. Ob die Stadt einen Zuschuss gibt, um das Programm attraktiver werden zu lassen, soll im kommenden Jahr entschieden werden, wenn konkrete Planungen des Programms vorliegen.