Berge l „Ich denke, das kann öffentlich bleiben“, befand Berges Ortsbürgermeister Paul Berlin zu Beginn der Sitzung des Ortschaftsrates am Montagabend im Ackendorfer Feuerwehrgerätehaus. Zuvor hatte Ortschaftsratsmitglied Ruth Hupe angeregt, den Tagesordnungspunkt 6 der öffentlichen Sitzung in den nichtöffentlichen Teil zu verlegen. So blieb es dabei, das die Ratsmitglieder in offener Diskussion über die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) sprachen.

Anlass dazu war ein Fragebogen, der seitens der Stadtverwaltung allen Ortschaftsräten zur Beantwortung zugesandt worden war. Dieser soll die Grundlage für die Erarbeitung einer „Nutzungsentgeltverordnung für die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser“ bilden. Bevor die Ortschaftsräte auf die konkreten Fragen eingingen, listete Paul Berlin die Zahlen der Zuschüsse für den Betrieb der Dorfgemeinschaftshäuser aus den vergangenen Jahren auf. „Da sind stetig steigende Kosten zu verzeichnen.

Im Jahr 2014 waren es insgesamt 150000 Euro für alle Häuser in den Ortsteilen.“ Auf den Punkt brachte es Ratsmitglied Frank Jilge mit seinem Statement:„Das ist ‘ne ganz schöne Hausnummer!“ Dem stimmten die Berger Ortschaftsratmitglieder geschlossen zu. Ortsbürgermeister Berlin konstatierte dann noch: „Ich gehe davon aus, dass niemand Interesse daran hat, die Dorfgemeinschaftshäuser zu schließen. Aber es muss seitens der Verwaltung geschaut werden, wo gespart werden kann.“ Fakt sei zudem, dass die Dorfgemeinschaftshäuser in die Dörfer gehören würden. „Sie wurden in den 70er und 80er Jahren mit Unterstützung der Kolchosen gebaut. Aber die Dörfler haben sich da sehr stark mit eingebracht und mitgewirkt. Keiner von denen, die da mitgebaut haben, würde sagen, dass die Dorfgemeinschaftshäuser weg können.“

Rund 110 regelmäßige Veranstaltungen zählten die Mitglieder des Ortschaftsrates für das Berger DGH auf. Sie hatten auch darüber zu befinden, welche davon kostenfrei oder kostenpflichtig sein sollten. Einstimmig votierten die Ortschaftsräte für eine kostenfreie Nutzung durch alle Vereine des Ortes sowie für die Feuerwehr, die Volkssolidarität, die Kita und die Versammlungen des Ortschaftsrates.

Kostenfrei soll auch die Sportfrauengruppe weiterhin das DGH für ihre Übungsabende nutzen dürfen. „Sie sind zwar kein eingetragener Verein, aber die Nutzungsgebühr geben sie uns doch doppelt und dreifach, indem sie das Haus reinigen und hier drin alles in Schuss halten“, plädierte der Ortsbürgermeister. Dem stimmten die Ratsmitglieder zu, wobei sich Ruth Hupe und Heidrun Molinnus als Mitglieder der Sportgruppe enthielten. Kostenpflichtig hingegen sollten alle Veranstaltungen werden, bei denen Einnahmen generiert werden beziehungsweise die private Nutzung der diversen zum Dorfgemeinschaftshaus gehörenden Räume.

Keine einheitliche Ausstattung

Auch die Gruppe der Kegelfreunde solle zukünftig ein Nutzungsentgelt entrichten, stellten die Ortschaftsratsmitglieder in Aussicht. Als Bemessungsgrundlage für die Preisbildung empfahlen Ruth Hupe, Heidrun Molinnus, Paul Berlin, Christian Grothe, Hendrik Brune und Frank Jilge, sich nach der Quadratmeterzahl des Raumes beziehungsweise der Anzahl der Sitzplätze zu richten. Auch die unterschiedlichen Ausstattungsdetails der Häuser sollten sich im Nutzungsentgelt widerspiegeln. Eine zukünftige einheitliche Ausstattung der Dorfgemeinschaftshäuser wurde nicht befürwortetet. Für die Abrechnung der Kosten bei Vermietung favorisierten sie einen pauschalen Preis ohne zusätzliche Nebenkostenabrechnung.

 „Der Preis sollte Sommer wie Winter gleich sein“, sagte Paul Berlin. Zuvor hatten die Ratsmitglieder angezweifelt, ob oder wie eine konkrete Ablesung der Strom- oder Wasserzähler in jedem Einzelfall möglich sei. Die Reinigung nach einer Veranstaltung sollten weiterhin jeweils die Nutzer übernehmen. „Das wird bei uns kontrolliert und auch das Geschirr wird nachgezählt. Das läuft sehr gut so“, sagte Ruth Hupe. Bei einer Staffelung der Nutzungsgebühren, etwa für zeitlich begrenzte Veranstaltungen, wie Trauerfeiern, plädieren die Berger Ratsmitglieder für einen Zeitrahmen von bis zu vier Stunden beziehungsweise die tageweise Nutzung.