Kalbe l Die Zusammensetzung der neuen Stadtwehrleitung in der Einheitsgemeinde Kalbe liegt wohl allen Kameraden der Ortsfeuerwehren und Löschgruppen in der Einheitsgemeinde Kalbe sehr am Herzen. Das war schon allein an der Beteiligung Wahlversammlung in den Kalbenser Ratsstuben zu merken. „Mit 60 stimmberechtigten Kameraden haben wir eine 100-prozentige Anwesenheit zu verzeichnen. Das kommt selten vor“, meinte der noch amtierende Kalbenser Stadtwehrleiter, Dagobert Scheffschick, der am 3. Juni aus diesem Amt ausscheidet und in den Ruhestand geht.

Zwei Bewerber

Nach den Rechenschaftsberichten von Dagobert Scheffschick und den vier Zugbereichleitern Andreas Wolter, Ulf Kamith, Ramon Rulff und Mathias Wille wurde es spannend. Auf Antrag von Ramon Rulff wurde für die Wahl die Stadtwehrleiters eine geheime Abstimmung beschlossen. Wie der Wahlleiter, Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth, ausführte, haben sich mit Jörg Kämpfer und Ulf Kamith zwei Kandidaten fristgemäß für den Stadtwehrleiterposten beworben. Beide stellten sich dann den Anwesenden vor.

Der 46-jährige Jörg Kämpfer wurde in Güssefeld geboren und erlernte den Beruf eines Elektrikers. Später qualifizierte sich der verheiratete Wahl-Kalbenser zum Elektromeister und ist als solcher der Chef einer Elektrofirma mit 25 Mitabeitern. Kämpfer ist seit langem in der Feuerwehr aktiv. Nach der Wende war er zehn Jahre lang Wehrleiter in Kalbe. Wie er sagte, habe er diese Funktion aber Anfang der 2000er Jahre aus beruflichen und familiären Gründen aufgeben müssen. In der Kalbenser Ortswehr blieb er aber weiter treu und bekleidete unter anderem die Funktion des Sicherheitsbeauftragten.

Kämpfer war zehn Jahre lang Wehrleiter

„Ich hatte mir immer vorgenommen, mich wieder verstärkt in der Feuerwehr zu engagieren, wenn ich wieder mehr Zeit habe“, unterstrich der 46-Jährige, der unter anderem die Qualifikation als Verbandsführer vorweisen kann. Als seine Stärken hob er seine Erfahrung im technischen und kaufmännischen Bereich sowie im Umgang mit Menschen hervor. Kämpfers Leitgedanke für die künftige Entwicklung Ortswehren und Löschgruppen: „Jede Feuerwehr soll aus meiner Sicht das leisten, was sie kann.“ Ulf Kamith ist 43 Jahre alt und wuchs in Kakerbeck auf. 1989 trat er als Kamerad der Feuerwehr bei. Seit vielen Jahren fungiert der Kommunalarbeiter als Wehrleiter in Kakerbeck. Außerdem ist er seit Bestehen der Einheitsgemeinde Kalbe Leiter des Zugbereichs Kakerbeck und zweiter stellvertretender Stadtwehrleiter.

Wahl hat empfehlenden Charakter

Kamith kann als höchste Feuerwehrqualifikation ebenfalls den Verbandsführer vorweisen. Außerdem ist der Kakerbecker seit langem in der Kommunalpolitik aktiv – unter anderem als Stadtratsmitglied und Ortsbürgermeister in Kakerbeck. Als Stadtwehrleiter wolle er in Zusammenarbeit mit den Verbandsführern und Ortswehrleitern weiter eine vernünftige Feuerwehrbeit leisten und diese auch an der einen oder andere Stelle verbessern. Nach der Vorstellungsrunde wurde gewählt. Wie Karsten Ruth nach der Auszählung verkündete, entfielen von den insgesamt 60 abgegebenen, gültigen Stimmen 33 auf Jörg Kämpfer und 27 auf Ulf Kamith. Ruth gratulierte dem Kalbenser, stellte aber noch einmal klar, dass die Wahl den Charakter einer Empfehlung an den Stadtrat habe, der letztlich entscheiden müsse.

Die anschließende Wahl der drei neu zu wählenden stellvertretenden Stadtwehrleiter war dann nur noch Formsache. Es wurde eine offene Abstimmung vereinbart. Wiedergewählt wurden der Zugbereichsleiter Kakerbeck, Ulf Kamith (zweiter Stellvertreter), der Zugbereichsleiter Kalbe, Ramon Rulff (dritter Stellvertreter) und der Zugbereichsleiter Badel, Mathias Wille (vierter Stellvertreter). Bis auf Ramon Rulff, der eine Gegenstimme erhielt, wurden alle Kameraden einstimmig wiedergewählt. Erster stellvertretender Stadtwehrleiter bleibt Andreas Wolter, Zugbereichsleiter Brunau-Packebusch. Letzterer musste nicht neu gewählt werden, da Wolter noch für mehrere Jahre in Funktion ist.

Vor der Wahl hatte unter anderem der noch amtierende Stadtwehrleiter, Dagobert Scheffschick seine nunmehr 32-jährige Zeit als Wehrleiter noch einmal kurz Revue passieren lassen. Der 63-Jährige bedankte sich abschließend bei den Kameraden für die langjährige gute Zusammenarbeit. Seinem Nachfolger in der Stadtwehrleiterfunktion wünschte Scheffschick eine glückliche Hand. Karsten Ruth hob die Verdienste Scheffschicks hervor und bedankte sich bei ihm für die „angenehme und konstruktive Zusammenarbeit“.