Kalbe l Dem scheidenden Stadtwehrleiter Dagobert Scheffschick (61) ist am Donnerstagabend die Ehrenmedaille des Stadtrates Kalbe verliehen worden. Er ist der erste Feuerwehrkamerad, der mit dieser Auszeichnung bedacht worden ist. Bislang wurde sie ausschließlich an Landesmeister im Bereich Sport vergeben.

Scheffschick, der vor 30 Jahren in die Kalbenser Wehr eingetreten sei, gebühre die Ehrenmedaille, weil er mit großem persönlichen Einsatz dazu beigetragen habe, den Bereich Brandschutz in der Einheitsgemeinde Kalbe neu zu strukturieren und effektiver zu machen. „Seine Sichtweise war dabei aber nie nur auf die Feuerwehren fokussiert, sondern immer auch auf die Leistungsfähigkeit der Stadt“, wie Bürgermeister Karsten Ruth in einer kurzen Rede betonte. Der sehr gute Ausbildungsstand und die Modernisierung des Technik- und Ausrüstungsbestandes im Bereich Brandschutz sind nach seinen Angaben ebenfalls ein Verdienst des scheidenden Stadtwehrleiters, in dessen Zuständigkeitsbereich aktuell 489 Aktive in 15 Wehren und elf Löschgruppen tätig sind.

Jörg Kämpfer soll nachfolgen

Am 3. Juni läuft die Amtszeit des Brandinspektors offiziell aus. Wegen seines Alters hatte er bei der jüngsten Abstimmung zum Posten des Stadtwehrleiters nicht wieder kandidiert. In dem Amt folgt ihm nun, vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates, der Kalbenser Jörg Kämpfer. Der hatte Scheffschick einst auch schon als Ortswehrleiter beerbt – und dann wieder umgekehrt. Denn nach Kämpfers beruflich bedingtem Rücktritt im Jahr 2012 hatte der heutige Stadtwehrleiter auch noch einmal temporär die Leitung der größten Feuerwehr im Gebiet der Einheitgemeinde Kalbe mit übernommen.

Zwar will er dem Bereich Brandschutz auch weiter treu bleiben, und zwar nicht nur als hauptberuflich tätiger Gerätewart für Atemschutztechnik im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Altmarkkreises. Aber er freut sich auch auf das Mehr an Freizeit, das er nun seiner Familie sowie Haus und Garten in Butterhorst widmen kann.

Wie sehr sich Scheffschick allerdings bislang mit seinem Ehrenamt identifiziert habe, das zeige, so der Bürgermeister, dessen Handy. „Wenn es klingelt, dann ertönt das Martinshorn.“