Lindstedterhorst l Endlich ist er da, der Heilige Abend, auf den vor allem die Kinder schon sehnsüchtig gewartet haben. Um ihnen die Zeit bis zum Besuch des Weihnachtsmannes zu verkürzen, wird schon am Morgen das letzte Türchen des lebendigen Adventskalenders digital geöffnet. Dahinter verbirgt sich eine engelhafte Geschichte, die Anja Rohrdiek mit ihren Kindern Benjamin und Annabell und deren Freundin Frieda Böhm erzählen.

 „Faule Englein, die nur Schabernack im Kopf haben, können wir im Himmel nicht gebrauchen.“ Hui, mit dieser Standpauke von Petrus und dem Rausschmiss des Engleins beginnt die Weihnachtsgeschichte über „Das Englein Silberhaar“, die sich heute hinter der 24. Kalendertür des lebendigen Adventskalender digital versteckt und seit dem frühen Morgen auf der Gardelegener Stadthomepage unter www.gardelegen.de abrufbar ist. Und sie wird nicht nur von Anja Rohrdiek aus Lindstedterhorst vorgelesen, sondern mit Playmobil-Figuren in tollen Kulissen als kleiner Film liebevoll in Szene gesetzt.

Weihnachtsfilm in Stop-Motion-Technik

Diese Aufgabe hatten der 13-jährige Benjamin und die achtjährige Annabell Rohrdiek sowie deren neunjährige Freundin Frieda Böhm übernommen und dafür zahlreiche Stunden ihrer Freizeit investiert. Denn der Weihnachtsfilm entstand in Stop-Motion-Technik, mit der der technik­interessierte Benjamin schon zuvor mit anderen Figuren experimentiert hatte. Dabei werden einzelne Bilder von unbewegten Motiven aufgenommen, anschließend aneinandergereiht, so dass eine Illusion von Bewegung entsteht.

Bilder

„Als die Stadt auf den Ortschaftsrat zukam und fragte, wer von den Kreativen aus Lindstedterhorst, Wollenhagen und Lindstedt einen Beitrag zum digitalen Adventskalender beisteuern könnte, habe ich mit den Kindern gesprochen“, erzählte Anja Rohrdiek, „denn ich fand die Idee mit dem digitalen Adventskalender klasse.“

Geschichte ist schnell gefunden

Als Familie hätten sie es in den Jahren zuvor fast nie geschafft, pünktlich um 17 Uhr zum Öffnen der Kalendertüren auf dem Rathausplatz zu sein. Schnell seien sie sich einig gewesen, etwas beisteuern zu wollen, und haben beraten, was möglich wäre. Und da Benjamin schon Erfahrungen mit dem Stop-Motion-Filmen hatte, wollten sie eine Weihnachtsgeschichte in Szene setzen. Die war dann schnell gefunden. Nur einen Abend vorher, berichtete Anja Rohrdiek, hatte sie Annabell nämlich aus einem Weihnachtsbuch, das noch aus ihrer Kindheit stammt, die Geschichte vom Englein Silberhaar vorgelesen. Die sollte es sein, denn alle Figuren wie Englein, Weihnachtsmann und verschiedene Tiere, die benötigt wurden, waren in Annabells Playmobil-Sammlung vorhanden. Auch Frieda steuerte einige bei. Nur für die Winterwald-Kulisse wurde noch einiges dazu erworben. „Man ist dafür schon anders durch die Läden gegangen und hat geguckt, was man noch gebrauchen könnte“, schmunzelte Anja Rohrdiek.

Annabell opfert Haare

So sei das Szenenbild immer mehr gewachsen, das in Annabells Kinderzimmer auf einer Kommode aufgebaut wurde. Dann hatte Benjamin einige Probeaufnahmen mit seinem Handy gemacht, um den richtigen Winkel für die Aufnahmen zu finden. Sehr hilfreich war dabei das Stativ, das er kurz zuvor zum Geburtstag bekommen hatte. Am dritten Adventswochenende wurde dann „produziert“. Annabell und Frieda stellten die Szenen aus dem Buch nach, Benjamin fotografierte, und Mama Anja las vor. Warum Annabell auch noch einige Strähnen ihres Haares für die Geschichte opferte, das Englein Silberhaar am Ende aussah wie ein zerrupftes Huhn und ob es das Himmelswesen schaffte, Petrus wieder zu versöhnen, sei hier nicht verraten. Nur soviel: Die Aufgabe des Engleins war es, die Menschen auf Erden zum Weihnachtsfest glücklich zu machen, Licht in die Welt und Kinderaugen zum Strahlen zu bringen.