Gardelegen/Klötze l Offenbar schon in Klötze hat der Amok-Fahrer von Hemstedt  seine Tour gestartet. Das haben Hinweise eines Mannes ergeben, der sich nach der Veröffentlichung des Zeugenaufrufes bei der Polizei gemeldet hat, informierte gestern auf Volksstimme-Anfrage der Sprecher der Polizeiinspektion Stendal, Joachim Albrecht. Der Zeuge wollte in Richtung Schwiesau fahren. An der Tankstelle am Ortsausgang von Klötze habe der 43-jährige Amok-Fahrer das Auto des Zeugen gerammt, habe sich dann mit seinem schwarzen 3-er BMW quer vor das Auto des Geschädigten gestellt, sei ausgestiegen und habe ihn „zugetextet“, so Albrecht. Danach sei er weiter gefahren. „Wir gehen davon aus, dass er dann nach Berge gefahren ist und dort den zweiten Unfall verursacht hat“, so Albrecht. Nach seiner Schussverletzung sei der Beschuldigte, der sich in einer Magdeburger Klinik befindet, nicht mehr in einem kritischen Zustand. Er konnte verlegt werden. „Er ist auf dem Weg der Besserung“, so Albrecht. Eine Vernehmung habe noch nicht stattgefunden.

Mehrere Ermittlungsverfahren

Unterdessen laufen mehrere Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Unfallflucht. Geprüft werde derzeit noch, ob es auch ein Ermittlungsverfahren wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr geben wird. Es gebe auch noch keine Hinweise, welche Verbindungen der Mann, der gebürtig aus Baden-Württemberg stammt, zur hiesigen Region hat, ob hier Familienangehörige oder Freunde von ihm zu Hause sind. Bei seiner Amokfahrt hat der Mann insgesamt zwölf Autos beschädigt, darunter ist auch ein Einsatzfahrzeug der Polizei.

Zahlreiche Fahrzeuge gerammt

Der 43-Jährige hatte am späten Mittwochnachmittag, 21. Oktober, mehrere Unfälle verursacht, hatte Fahrzeuge gerammt, versucht, sie von der Straße abzudrängen. In Berge hatte er nach einem solchen Unfall mit einer Metallkette auf ein völlig unbeteiligtes Fahrzeug eingeschlagen. Die Insassen, eine Familie mit zwei kleinen Kindern, kamen mit einem Schock davon. Der Mann setzte seine Fahrt querfeldein über Lüffingen nach Hemstedt fort. Letztendlich konnte er auf einem Acker bei Hemstedt gestellt werden. Bei der Festnahme hatte sich ein Schuss aus einer Dienstwaffe eines Polizisten gelöst und den Mann verletzt. Der wurde mit einem Hubschrauber in eine Magdeburger Klinik geflogen. Die separaten Ermittlungen zur Schusswaffe hat eine Tatortgruppe der Polizeiinspektion Stendal übernommen (Volksstimme berichtete).