Gardelegen l Das sei doch mal eine erfreuliche Nachricht, betonte Stadtwehrleiter Sven Rasch, in der Verwaltung zugleich für den Brandschutz zuständig, im städtischen Bauausschuss. Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher habe noch kurz vor dem Jahreswechsel einen Zuwendungsbescheid unterschreiben können für die Anschaffung eines Fahrzeuges mit Hubrettungsbühne. Mit 270 000 Euro beteilige sich das Land an den Anschaffungskosten.

Erfreulich nicht zuletzt auch deshalb, weil Gardelegen schon mehrfach Anträge auf Fördergeld im Rahmen von Feuerwehrausstattung gestellt habe, bisher aber oftmals leer ausgegangen sei, sagte Rasch im Nachgang der Sitzung auf Volksstimme-Frage.

Sammelbestellungen finanziell günstiger

Die Anschaffungskosten insgesamt liegen bei 770 000 Euro. Die Ausschreibung laufe über das Land, da es sich um eine zentrale Beschaffungsmaßnahme für mehrere Feuerwehren handele. Denn zehn Fahrzeuge mit Drehleiter sollen geordert werden. Diese Sammelbestellungen würden finanziell günstiger sein, so Rasch. Das neue Fahrzeug soll im nächsten Jahr ausgeliefert werden.

Das jetzige Drehleiterfahrzeug war am 6. Juni 2002 in Betrieb genommen worden. Es stamme von einem finnischen Hersteller. Und es sei immer schwieriger geworden, Ersatzteile zu bekommen. Dazu käme ein weiterer Aspekt, der zur Entscheidung geführt habe, das 19 Jahre alte Fahrzeug aus dem Bestand zu nehmen. „Alle zehn Jahre ist dafür eine Generaldurchsicht erforderlich. Und die kostet allein 65 000 Euro. Der Wert unseres Drehleiterfahrzeuges liegt noch bei 25 000 Euro“, erläuterte Rasch.

Altes Fahrzeug wird versteigert

Und das würde sich wirtschaftlich gesehen einfach nicht mehr lohnen. Das alte Drehleiterfahrzeug wird aber nicht verschrottet. „Wir haben einen Vertrag mit einem Auktionshaus. Die Drehleiter wird dann an den Meistbietenden verkauft“, so Rasch. Sowie das neue Fahrzeug in Gardelegen steht und die Kameraden in der Handhabung der neuen Technik eingewiesen sind, kommt die alte Drehleiter auf einen Tieflader und wird abtransportiert.

Der Neukauf eines neuen Hubrettungsfahrzeuges sei unabdingbar. Die Stadt sei verpflichtet, eine Drehleiter oder Hubrettungsbühne als zweiten Flucht- und Rettungsweg für hohe Gebäude im Stadtgebiet vorzuhalten, erläuterte Rasch. Mit der Drehleiter ist eine Rettung aus maximal 32 Metern Höhe möglich.

Neue Spezialtechnik

Doch das ist nicht die einzige Neuerung in feuerwehrtechnischer Sicht. Im März werden Rasch und Vertreter von Feuerwehren nach Ulm fahren. Dort hat die Firma ihren Sitz, die unter anderem auch die sogenannten Vegetationsbrandbekämpfungsfahrzeuge herstellt. Auch dabei handelt es sich um eine zentrale Beschaffungsmaßnahme des Landes, denn insgesamt 14 Landkreise und kreisfreie Städte werden mit solchen Waldbrand-Löschfahrzeugen mit Spezialtechnik und 5000 Liter Wasser an Bord ausgestattet.

Ursprünglich sollte das Fahrzeug schon im vorigen Jahr geliefert werden. Das wurde allerdings seitens des Landes aus finanziellen Gründen ins Jahr 2021 verschoben. Die 315 000 Euro teure Anschaffung wird vom Land mit 87,5 Prozent der Kosten gefördert. Die Stadt Gardelegen ist mit 45 000 Euro dabei. Stationiert wird das Fahrzeug in Mieste.

Weitere Investitionen

Darüber hinaus wird es in diesem Jahr noch zwei weitere Neuanschaffungen von Löschfahrzeugen geben. In Gardelegen wird ein Löschfahrzeug, ein LF 20, neu zum Fuhrparkbestand gehören. Eingesetzt wird das Fahrzeug bei der Brandbekämpfung und bei Verkehrsunfällen.

Ein zweites Fahrzeug, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug für den Brandeinsatz und Verkehrsunfälle, wird in Jeseritz stationiert. Die Wehr gibt dafür ein Staffelfahrzeug, Baujahr 1998, ab. Das wiederum geht nach Berge und ersetzt dort ein Fahrzeug, das 1972 in Betrieb gegangen war. „Beide Fahrzeuge sind aber noch topp in Schuss und gut gepflegt“, so Rasch. Jeweils 390 000 Euro investiert die Stadt. Ende 2020 werden die Fahrzeuge geliefert.