Kalbe l „Das kann kein Dauerzustand bleiben“, beschwerte sich ein Kalbenser während der jüngsten Stadtratssitzung. Schutt und Unrat werde wild auf dem ehemaligen KfL-Gelände zwischen Eugenie-Schildt-Straße und Siedlungsweg hinter dem Norma-Markt abgekippt. Und nun hatte er auch noch zwei Ratten in einer Lebendfallen gefangen. Außerdem berichtete er davon, dass sich auf dem Areal ein Klientel treffe, das aus dem Gelände eine „Trinkhalle“ gemacht habe. Unzufrieden sei er auch darüber, dass ein Bauunternehmen, dem ein Teil der Fläche dort gehöre, diese nun als „Mülldeponie“ missbrauche. Es kippe dort einfach seinen Bauschutt ab. „Darf der das überhaupt?“. fragte der Anwohner.

Auf dem ehemaligen KfL-Gelände soll ein Wohngebiet entstehen. So ist es von der Stadt angedacht. Dazu wurden bereits die Pachtverhältnisse für die dort angesiedelten Kleingärten von Seiten der Stadt gekündigt. „Und jetzt verkrautet da alles“, ärgerte sich der Anwohner. Und fügte hinzu, dass eine Gartenlaube bereits in Flammen aufging. Mit dieser Situation sei er unzufrieden und hoffe auf Abhilfe.

Stadt hat derzeit keine Handhabe

Die Situation sei der Stadt bekannt, antwortete Bürgermeister Karsten Ruth. Um in Vorbereitung auf das geplante Wohngebiet „rechtlich alles sauber hinzubekommen“, mussten den Gartenpächtern schon frühzeitig gekündigt werden, so Ruth. Was die Vermüllung und Verschmutzungen betreffe, erklärte er, dass der Anwohner vor allem jene Flächen ansprach, die sich allesamt in privater Hand befinden. Der Laubenbrand habe sich ereignet, als sich die Fläche noch in privater Hand befand. „Die Stadt hat derzeit keine Handhabe“, erklärte Ruth. Allerdings laufen bereits Bemühungen, „um Einfluss zu nehmen“. So wolle die Stadt diese Flächen kaufen, was aber nicht so einfach ist, da sie verschiedenen Firmen sowie einer Erbengemeinschaft gehöre. Ziel sei es, „die Flächen zusammenzuführen“, so Ruth.

Allerdings werde die Stadt sehen, wie sie das Ungezieferproblem in den Griff bekommen kann. Dazu sollen Maßnahmen ergriffen werden, so der Bürgermeister, „die auf diesen Flächen gestattet sind“. Gegen den Bauschutt könne die Stadt allerdings nicht vorgehen, da dieser sich auf einem Privatgrundstück befindet. Nur wenn davon Gefahr für die Umwelt ausginge, wäre eine Handhabe möglich. Dann könne die Stadt vom Eigentümer fordern, dass die Fläche beräumt werde. Umweltschädlich Stoffe werden auf dem Areal aber nicht gelagert. Wie lange es dauern werde, bis die Situation wieder im Griff ist, wollte der Anwohner wissen. „Zehn Jahre?“ Davon gehe Ruth nicht aus,. Die Stadt möchte dort rasch ein Wohngebiet ansiedeln. „Wir wollen ja schließlich Leute in die Region holen beziehungsweise wieder zurückholen“, argumentierte er.