Kalbe l Vielseitig wie noch nie ist in diesem Jahr das künstlerische Schaffen der Stipendiaten des mittlerweile achten internationalen Sommercampus‘ des Künstlerstadt-Vereines Kalbes. Und das, obwohl nicht alle der insgesamt angemeldeten 31 Künstler, die aus der ganzen Welt in die Mildestadt reisen wollten, coronabedingt kommen durften. Nachdem nach diesem Wochenende einige Teilnehmer abreisten, dafür heute neue anreisen, zählt die Aktion derzeit 17 Künstler. Übrigens: Die erwarteten Künstler aus Luxemburg werden coronabedingt auch nicht kommen. „Luxemburg ist derzeit dicht“, berichtet Corinna Köbele, Initiatorin der Künstlerstadt. Nun fand der vierte Atelierrundgang statt. Die Künstler präsentierten das Ergebnis ihrer Kalbenser Schaffensphase.

Cecilia Röski, die mittlerweile wieder abgereist ist, las unter dem schattigen Nussbaum hinter der Trabi-Bude aus ihrem Debütroman „Delphine füttern“ vor. Ihr Werk umfasst zwei Erzählstränge, die jeweils aus der Sicht eines Vaters und dessen Tochter berichten. Mit Textfragmenten gestaltete die Autorin zudem das Gerichtsgebäude und „verändert so die äußeren und inneren Räume“, wie Köbele in ihrer Begrüßungsrede äußerte.

„Delphine füttern“ unter dem Nussbaum

Für Hannes Mischke ging die Zeit des Sommercampus‘ nun ebenfalls zu Ende. Er überzeugte das Publikum mit Malerei. Farbenprächtig, wenn auch unvollendet, zog sein Bild, das im Zeitzer Franziskanerkloster einen Platz finden soll, die Betrachter in seinen Bann. Es erinnert an die Einweihung des ersten lutherischen Bischofs im deutschen Sprachraum, Nikolaus von Amsdorf.

Außerdem zeigte Hannes Mischke Illustrationen für ein Buch. Die Geschichte stützt sich auf eine Sagengestalt, die am Rheinfall bei Schaffhausen beheimatet ist. Rund um dieses Ungeheuer soll ein Kinderbuch entstehen. Der konkrete Inhalt wird anhand der fertigen Zeichnungen erarbeitet, was ungewöhnlich ist. In der Regel gibt es nämlich erst die Geschichte und dann die Bilder. Mischke gestaltete das Ungeheuer optisch nach Vorgaben von Beat Toniolo, der eine entsprechende Skulptur geschaffen hat, die am Rheinfall aufgestellt ist.

Mit dem Handscanner die Welt abtasten

Mit dem Scanner die Welt abzutasten, hat sich Ruben Bürgam zur Aufgabe gemacht. Bezugnehmend auf das Projekt „Befragung von Blase und Welt“, das sie gemeinsam mit Jasmin Hantl umsetzt, performte sie am Sonnabend mit Tania-Maria Sternberg auf dem Kulturhof. Bürgams Handwerkszeug ist der Scanner. Mit einem Handscanner tastet sie buchstäblich die Welt ab.