Gardelegen l Im Sommer staubt es, bei Regen steht das Wasser in großen Pfützen, und es ist durchgängig holprig: Die Verlängerung des Langförderweges ist derzeit ein besserer Feldweg. Und das schon seit Jahrzehnten, denn der befestigte Abschnitt des Langförderweges endet an der ursprünglichen Wohnbebauung. Allerdings wurden in den Jahren nach der Wende in den einstigen Gärten an der Verlängerung des Weges Einfamilienhäuser gebaut – in schöner Wohnlage mit Blick ins Weite, aber dennoch fast mitten in der Stadt. Eines fehlt jedoch, nämlich eine befestigte Zuwegung. Aus diesem Grund waren Anlieger in der Verwaltung vorstellig geworden mit dem Wunsch, den Langförderweg zu befestigen.

165.000 Euro für 365 Meter

Das Vorhaben wurde in den Doppelhaushalt der Stadt für 2019 und 2020 aufgenommen. Allerdings versehen mit einem Sperrvermerk. Damit sind auch alle anderen Straßenbauprojekte blockiert. Betroffen sind allerdings die Straßen, für die laut Straßenausbaubeitragssatzung private Anliegerbeiträge fällig werden. Die Stadt will, bevor weitere Projekte angeschoben werden, zunächst abwarten, welche Entscheidungen der Landtag treffen wird, ob die Straßenausbaubeiträge abgeschafft werden oder nicht. In der Diskussion ist diese Thematik schon länger. Eine Entscheidung gibt es bisher dazu jedoch noch nicht.

Der Ausbau des Langförderweges falle jedoch nicht unter die Straßenausbaubeitragssatzung. „Es geht hier nicht um den Ausbau einer vorhandenen Straße, sondern um einen Neubau“, erläuterte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig auf Volksstimme-Anfrage. Ob also die Straßenausbaubeiträge abgeschafft werden oder nicht, sei für den Langförderweg nicht relevant. Denn laut Baugesetz werden die anliegenden Grundstückseigentümer bei einer reinen Anliegerstraße mit 90 Prozent der Gesamtkosten am Straßenneubau beteiligt. „Und das könnte dort schon teuer werden“, so Zepig, denn viele Anlieger gebe es an dem 365 Meter langen Abschnitt nicht.

Umlage von 90 Prozent

Der Straßenneubau ist im Haushalt mit 165.000 Euro veranschlagt. Fördermittel gebe es dafür nicht. Nach der Sommerpause soll eine Anliegerversammlung stattfinden. „Dann wissen wir auch genau, wie hoch die finanzielle Belastung für den jeweiligen Grundstückseigentümer sein wird“, so Zepig. Letztlich entscheide die Mehrheit der Anlieger, ob gebaut wird oder nicht.

Der Langförderweg wird dann auf den derzeit 365 Metern Feldweg zu einer 4,75 Meter breiten Straße ausgebaut. Die Befestigung soll mit Asphalt erfolgen. Sollte das Projekt realisiert werden, dann ist auch der Gardelegener Wasserverband mit dabei. Der plant die Erneuerung der Trinkwasserleitung und des Schmutzwasserkanals von der Freiligrathstraße bis zum Wiesenweg mit der Verlängerung Langförderweg.