Gardelegen l Spielzeug fördert die kindliche Kreativität in jedem Alter. Und dies besonders, wenn Kinder und Jugendliche Freiraum haben, die Fantasie zum Einsatz zu bringen und etwas zu erschaffen. Da ist sich Samuel Kloft sicher. Der Leiter des Stendaler Jugendclubs Eckstein, zugleich auch verantwortlich für den Verein „Lebendige Steine“, war zusammen mit seiner Frau Stefanie Kloft in Gardelegen zu Gast. Im Gepäck, eher gesagt im Kofferraum ihres Autos: 50.000 kunterbunte Legosteine. Die Kunststoffklötzchen, aus denen auch in Gardelegen Fantasie-Welten entstanden sind, werden von einem christlichen Verein in Köln vermietet.

Ob blaue, rote, gelbe Plastik- quader, Fenster, Türen, Treppen und Brücken, Pferde, Motorräder, Reifen, Bäume und Büsche oder die bekannten Lego-Figuren: Mehr als 20 Kinder konnten in den drei Tagen ihre Kreativität ausleben. „Es freut mich wirklich sehr, dass bei dem Projekt auch viele ehrenamtliche Helfer mit dabei sind, die zusammen mit den Kindern bauen oder etwas für die Teilnehmer kochen“, sagte Gemeindepädagogin Hanna Ringo. Damit die Mädchen und Jungen in den Tagen nicht ununterbrochen mit Legosteinen bauten, wurde auch gemeinsam gesungen, wurde zusammen gegessen, im Hof gespielt und sich viel unterhalten, wie Ringo berichtete.

Nikolaikirche aus bunten Steinen

Seit 1949 sind die Lego-Steine (aus dem Dänischen „leg godt = spiel gut“) in den Kinderzimmern der Welt zu finden. Und auch vor den Erwachsenen macht die Faszination der Bausteine nicht Halt. Bestes Beispiel dafür war die Zusammenarbeit von Fabio Richter und Bodendenkmalpfleger Jürgen Bajerski am Wochenende. Zusammen schufen die beiden Lego-Architekten die Gardelegener Nikolaikirche aus Hunderten bunten Steinen. „Am Donnerstag trafen wir uns bereits im Gemeindezentrum, damit die Helfer sich absprechen“, informierte Hanna Ringo. Dabei kamen Jürgen Bajerski und Fabio Richter auf die Idee, die um 1200 erbaute Kirche vollständig zu errichten. „Wir bauen auch ein Dach drauf“, sagte Fabio Richter. Hintergrund: Am 15. März 1945 wurde die Kirche durch Bombentreffer der Alliierten schwer beschädigt.

Bilder

Einige Meter weiter erschufen andere kreative Köpfe ein Kreuzfahrtschiff oder ein U-Boot. Auch Hochhäuser standen auf dem Bauplan der Mädchen und Jungen, die ihre Werke nach der Fertigstellung auf riesengroßen Lego-Plattformen in Szene setzen konnten. Ziel war es nämlich, eine Lego-Stadt zu bauen. Darüber freuten sich dann auch die Eltern, Geschwister und Großeltern der Kinder, die am Sonntag zur Eröffnung der Gardelegener Lego-Stadt eingeladen waren. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst konnten die jungen Teilnehmer über die zurückliegenden Tage berichten und ihre Werke präsentieren.