Gardelegen l Noch grasen Ponys auf dem Remontegelände an der Bismarker Straße, auf dem letzten Teilstück des alten Kasernengeländes, das zuletzt viele Jahre die Sowjets in Beschlag hatten. Während rechter Hand schon viele Eigenheime gebaut worden sind und im hinteren Bereich die neue Willi-Friedrichs-Sporthalle steht, will die Stadt nun auch das vordere Teilstück für eine Bebauung mit Eigenheimen erschließen.

Da das Areal einst militärisch genutzt wurde und Schadstoffbelastungen auch schon im ersten Abschnitt der Remontebebauung gefunden worden waren – damals war ein Bodenaustausch in Größenordnungen erforderlich geworden – hat die Untere Bodenschutzbehörde auch für dieses letzte Teilstück entsprechende Untersuchungen – auch durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst – angeordnet.

Beauftragt hatte die Stadt erneut die Gesellschaft für Ingenieur-Hydro- und Umweltgeologie Stendal, die auch beim ersten Bauabschnitt dabei war. Geschäftsführer Dr. Uwe Stahl begleitete den Einsatz. Eine Magdeburger Firma mit Außenstelle in Lindstedt war mit schwerer Technik vor Ort.

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In einem ersten Abschnitt wurden drei sogenannte Bodenschürfen mit einer Tiefe von 1,5 Metern ausgehoben. Im Teil zwei der Untersuchungen waren es drei Bodenschürfen – 30 Meter lang und fünf Meter tief. „Bis wir am Ende sauberen Boden gefunden haben“, erläuterte Stahl und zeigte auf die hellen Flächen, wo keine Kontaminierung zu erwarten sei. Er zeigte auch auf große dunkle Flecken im Erdreich, wo Schadstoffe zu vermuten sind, etwa Öl oder Diesel.

Ablagerungen nicht vorab bestimmbar

Auf dem Gelände hatte es auch eine alte Kiesgrube gegeben, die mit Bauschutt, Schrott und Hausmüll verfüllt wurde. Diverse Reste, wie alte Teekessel, wurden bei den Grabungen gefunden. Genommen wurden nicht nur Bodenproben, die in Kanistern abgefüllt wurden, sondern auch Grundwasserproben. Die Proben wurden von oben genommen, denn der Untergrund sei so bröselig, dass man in der Grube zugeschüttet werden könnte.

„Es ist schwierig, vorab zu sagen, was drin ist, denn es handelt sich hier nicht um eine Deponie oder Fabrik, wo man weiß, was hergestellt wurde“, so Stahl. Viele Ablagerungen seien in den Gruben erkennbar, alte Fundamente, alte Leitungen. Eines sei aber jetzt schon sicher. Auch wenn es keine Schadstoffbelastungen gebe und ein Bodenaustausch nicht erforderlich wäre. Für eine Bebauung müsse der Untergrund ordentlich verdichtet werden, damit das Eigenheim nicht absackt.

Die Ergebnisse sollen frühestens im Herbst vorliegen. „Erst dann kann man sagen, was notwendig ist, ob man ordentlich Geld in die Hand nehmen muss, um das Gebiet für eine Bebauung vorzubereiten“, so Stahl.

Das ist aber der Plan der Stadt, das 7000 Quadratmeter große Gelände für eine Eigenheimbebauung vorzubereiten, um den gesamten Wohnstandort im Gebiet der ehemaligen Remonte weiter zu entwickeln. Derzeit werde ein Bebauungsplan erstellt, informierte Bauamtsleiter Ottmar Wiesel. Die Bodenuntersuchungen würden gemeinsam mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst erfolgen. „Im Ergebnis wird sich herausstellen, ob eine Wohnbebauung möglich ist“, so Wiesel.

Etwa 20 000 Euro kosten diese Untersuchungen. Die Gräben waren übrigens nur einen Tag offen. Sie wurden nach Entnahme der Proben aus Sicherheitsgründen wieder verschüttet.