Eichenprozessionsspinner

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in der Einheitsgemeinde Gardelegen: Bei ersten Kontrollen weniger Fraß erkennbar

Die erste Runde in der Bekämpfungdes Eichenprozessionsspinners ist beendet. Fast 9200 Bäume wurden behandelt. Ab Mitte Juli wird die mechanische Bekämpfung durch Absaugen der Nester an besonders betroffenen Bäumen beginnen.

Thomas Fromm (rechts) und Thomas Klaus vermengen die Nematoden zum Versprühen mit Wasser.
Thomas Fromm (rechts) und Thomas Klaus vermengen die Nematoden zum Versprühen mit Wasser. Foto: Elke Weisbach

Gardelegen - vs/ew

Fast 9200 kommunale Bäume wurden bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in den vergangenen Wochen behandelt, und zwar zum einen mit Bacillus Thuringiensis und zum anderen mit wirbellosen Fadenwürmern. Denn erstmals wurden dabei im Rahmen eines Forschungsprojektes der Hochschule Anhalt 385 Eichen in Miesterhorst entlang des Wilhelmkanals mit Nematoden besprüht (Volksstimme berichtete).

Diese wirbellosen Fadenwürmer sind kleiner als einen Millimeter und werden als Nützlinge bezeichnet. Sie waren zuvor schockgefrostet und wurden durch den Kontakt mit Wasser als Sprühlösung wieder aufgetaut. „Die Wissenschaftler haben dann vor Ort Proben genommen und mikroskopiert und auch am nächsten Tag in den Eichen geschaut, was dort passiert“, berichtete Fachdienstleiter Florian Kauer, der für die Bekämpfung zuständig ist.

Große Hoffnung auf das Nematoden-Projekt

Die Nematoden dringen in die Eichenprozessionsspinnerraupen ein und setzen ihr mitgeführtes Bakterium frei. Das vermehrt sich und tötet die Raupen innerhalb von zehn Tagen. Die Behandlung erfolgte zweimal. „Wir setzen große Hoffnung in dieses Projekt, weil diese Art der Bekämpfung auch in Gewässernähe – und damit an Rad- und Wanderwegen im Drömling – angewendet werden kann“, so Kauer.

8800 öffentliche Eichen – so viele wie noch nie – wurden im Rahmen der fünftägigen chemischen Bekämpfung mit Bacillus Thuringiensis behandelt. Dabei fressen die Larven das Bakterium mit den Eichenblättern und verhungern im Anschluss. Dazu kamen hunderte private Eichen, die zur Bekämpfung mit angemeldet worden waren. Das habe laut Kauer wieder sehr gut funktioniert. „Je mehr private Eigentümer sich beteiligen, desto größer ist die Chance, in der Fläche gute Erfolge zu erzielen.“ Bei ersten Kontrollen in den Bereichen Schenkenhorst, Wiepke und Algenstedt „war bisher wenig Fraß zu erkennen, aber wir müssen das noch beobachten“, schätzt der Fachdienstleiter ein.

Ab Mitte Juli wird die mechanische Bekämpfung durch Absaugen der Nester an besonders betroffenen Bäumen beginnen. Die Hansestadt Gardelegen erhält 2021 rund 120 000 Euro Fördermittel vom Land und finanziert weitere 27 500 Euro aus Eigenmitteln für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.