Lindstedt l Kleine vorösterliche Bescherung in der Lindstedter Bücherei: Laura Zerneke, die Leiterin der Gardeleger Stadtbibliothek, brachte einen ganzen Kofferraum voller Bücherkartons zur Außenstelle. 70 neue Medien, hauptsächlich Bücher, aber auch ein paar Gesellschaftsspiele, kann Eveline Gottwald, die die Lindstedter Außenstelle betreut, jetzt in den Bestand einpflegen und schon bald an die Nutzer ausleihen.

Insgesamt 680 Euro hat die umfangreiche Lieferung gekostet, die Laura Zerneke der Lindstedter Zweigstelle übergab. Auch die anderen Zweigstellen bekamen oder bekommen in den nächsten Tagen von ihr Besuch und erhalten Bücher und andere Medien im gleichen Wert. Die Hälfte davon bezahlte der Landkreis, die andere Hälfte stammt von der Stadt Gardelegen.

Eingekauft in Gardelegen

Gekauft hat sie die Medien in Gardelegen, wie sie betont. So bleibt das Geld in der Region. Und die Bibliothek hat davon vor allem Wünsche der Nutzer erfüllt. „Ich frage immer, was die Nutzer lesen wollen. Die Älteren haben sich Bücher aus der deutschen Geschichte gewünscht und zwar mit deutschen Namen – mit englischen Namen habe einige Probleme“, sagt Eveline Gottwald. „Wenn jemand einen bestimmten Wunsch hat, dann recherchieren wir den Titel und versuchen, ihn zu besorgen. Das meiste können wir möglich machen.“

Außer den Romanen für Erwachsene hat sie viele Kinderbücher und Spiele bestellt, denn die Hortkinder nutzen die Bibliothek ausgiebig. Und die ehrenamtliche Gemeindebibliotheksleiterin ist schließlich hauptberuflich Erzieherin an der Lindstedter Kita.

Viele neue Kinderbücher

Besonders freuten sich über die neuen Kinderbücher Liam Kablitz, Charlotte Grothe, Annabell Rohrdiek und Laura Maria Gille. Sie waren gerade beim Lesen und Recherchieren für ihre Schularbeiten, als Laura Zerneke mit den Bücherpaketen zur Tür hereinkam, und nahmen die neuen Schätze natürlich sofort unter die Lupe.

Die Lindstedter Bibliothek ist für den Ort mehr als ein Aufbewahrungsplatz für Bücher. Vor allem ist die kleine Bücherei auch ein Treffpunkt für die Einwohner des Dorfes. Kinder und Senioren treffen sich hier gleichermaßen, lesen, reden miteinander und verbringen ihre Freizeit hier. Brettspiele gehören genauso dazu wie das Erledigen von Hausaufgaben. „Es gibt ja sonst kaum etwas hier im Ort, die Bibliothek hält auch die Dorfgemeinschaft zusammen“, sagt Eveline Gottwald, die sich inzwischen schon seit rund 25 Jahren um den Lindstedter Lesestoff kümmert. „Eigentlich fehlt hier nur noch eine Kaffeemaschine“ , meint sie. Ein Wunsch, den vermutlich viele Besucher teilen. Aber auch so strahlt der Leseraum eine heimelige Gemütlichkeit aus. Leser sind hier willkommen und fühlen sich wohl.

Literarische Hausbesuche

Und eine gehörige Portion Engagement bringt die 64-jährige Bibliotheksleiterin mit, die sich auch schon mal die große Büchertasche schnappt und den älteren Einwohnern, die nicht mehr so gut zu Fuß sind und die Bücherei nicht selbst aufsuchen können, ihren Lesestoff eben nach Hause bringt. Literarische Hausbesuche sozusagen.

Fast 2000 Bücher haben die Lindstedter in dem Raum in der Grundschule zur Verfügung. Rund 40 bis 50 Leser nutzen das Angebot regelmäßig. Dazu gehören auch die Hortkinder, die nach der Schule hier ihre Aufgaben erledigen, Literatur recherchieren oder in Abenteuerbüchern schmökern.

Und worauf freut sich die Lindstedter Bibliotheksleiterin selbst am meisten? „Ich will als nächstes ‚Charité‘ lesen, das Buch zum Film“, verrät sie. Das ist nämlich in den Bücherkisten auch mit drin gewesen.