Zierau l Die Zierauer Bockwindmühle, die 1755 erbaut wurde, steht auf sicheren „Füßen“. Sie erhielt nun unter dem Sterz einen neuen Abstellbock, in Fachkreisen auch Schrick genannt, der wie ein X aussieht. Neu ist auch der Informationsaufsteller auf dem Mühlengelände, der Besuchern Hinweise zum technischen Denkmal gibt und auf der Rückseite mit einem Mühlenvers von Friedrich von Logau (1604 bis 1655) aufwartet. Außerdem macht er auf den Verein zur Erhaltung der Zierauer Mühle als Träger und Eigentümer der Mühle aufmerksam.

Unterstützt wurde der Verein beim Aufstellen der Tafel von einem Recklinger Unternehmen, das die Holzarbeiten für Schrick und Infotafel ausführte. Mit der Herstellung der Kunststofftafel war ein Salzwedeler Unternehmen betraut. Die Informationen auf dem Schild wurden aktualisiert, so Hans Georg Wagner. Mit dem Ergebnis der Arbeiten ist der Vorsitzender des Mühlenvereines zufrieden. „Es ist sehr gut geworden. Die Infotafel ist auch witterungsbeständig.“

Besonderes Angebot zum Denkmalstag geplant

Mit diesen Erneuerungsarbeiten befindet sich die funktionsfähige Bockwindmühle nun in einem guten Zustand. „Aktuell stehen keine größeren Maßnahmen an“, so Wagner. In den 1970-er und in den 1990er-Jahren erfolgten Rekonstruktionsarbeiten. 2007 und auch 2017 mussten Sturmschäden beseitigt werden.

Vor kurzem haben Vereinsmitglieder das Mühlengelände bei einem Arbeitseinsatz hübsch hergerichtet. So macht die Mühle einen einladenden Eindruck, auch wenn sie an diesem Pfingstmontag nicht für Besucher offen stehen wird. Der Deutsche Mühlentag, der bundesweit dieses Jahr zum 27. Mal ausgetragen werden sollte, muss wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Traditionell am Pfingstmontag laden die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) und ihre Landes- und Regional-Verbände zum Deutschen Mühlentag ein. Auch der Verein zur Erhaltung der Zierauer Mühle stellte in den zurückliegenden Jahren zu diesem Anlass rund um die historische Bockwindmühle ein Programm zusammen. Die Besucher erfuhren dabei auch, wie in früherer Zeit Mehl und Schrot gemahlen wurde.

Schleiereulen haben sechs Eier im Nest

„Leider kann der Mühlentag in diesem Jahr nicht stattfinden“, so Wagner. Der Verein bereitet sich aber auf einen besonderen Tag des offenen Denkmals vor, der alljährlich am zweiten Sonntag im September begangen wird. „Das wird dieses Jahr größer als sonst, zumindest wenn diese Veranstaltung stattfinden darf.“ Der Vorsitzende könne sich vorstellen, dass zum Denkmalstag Gastronomie angeboten werde, dies war bisher nur zum Mühlentag der Fall.

Und noch etwas weiß Wagner zu berichten: Im Inneren der Mühle sind seit drei Jahren Schleiereulen zu Hause. Sechs Eier sind dieses Jahr im Nest. Per Stand vom Sonntag waren schon zwei Küken geschlüpft.“