Lindstedt l Mit einer Unterschriftenaktion fordern die Lindstedter Einwohner einen flächendeckenden Breitbandausbau in der gesamten Altmark. Und sie fordern damit eine Änderung der Förderrichtlinien. Denn bis dato haben längst nicht alle Haushalte Anspruch auf einen geförderten Netzanschluss. Sollten schon 30 Mbits vorhanden sein, dann käme für diese Grundstücke kein Breitbandausbau in Frage. In Lindstedt beispielsweise würde nur die Wasserstraße in den Genuss eines geförderten Breitbandausbaus kommen, erläuterte Ortsbürgermeister Siegfried Jordan. Völlig unverständlich, zumal der Hauptstrang der Leitungen durch den ganzen Ort gehen werde.

In Lindstedt fand am Mittwochabend eine Informationsveranstaltung unter anderem mit Vertretern des Zweckverbandes Breitband Altmark (ZBA) statt. Mit gut 100 Besuchern sei die auch gut besucht gewesen, so Jordan. Darunter seien allerdings auch viele Teilnehmer gewesen, die nicht vom Breitbandausbau profitieren werden.

Menschen zweiter Klasse?

„Das sehen viele Lindstedter nicht ein und fragen sich nun, ob sie Menschen zweiter Klasse wären“, so Jordan. „Wer macht den solche sinnlosen Vorgaben, wissen die da oben denn nicht, wie es hier mit der Internetversorgung wirklich aussieht? Die sollten mal ihre Büros hier her verlegen“, wurde kritisiert, so Jordan weiter. Denn tatsächlich sei es so, dass es in Lindstedt nur ganz wenige Haushalte mit einer 30-Mbit-Internetleistung gebe. „Wir fragen uns, wer diese Erhebungen für unseren Ort durchgeführt hat“, zeigte sich Jordan verwundert.

Nach der offiziellen Veranstaltung sei von den Betroffenen festgelegt worden, eine Unterschriftenaktion zu starten und die mit einem Begleitschreiben an Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann zu schicken und den altmärkischen Landtagsabgeordneten zu übergeben.

Das soll zugleich ein Impuls für andere Ortschaften sein, ähnliche Aktionen zu starten.

Hilfe von der Bürgermeisterin

Auch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig sei in dieser Angelegenheit aktiv und habe Kontakt mit Landtagsabgeordneten aufgenommen, um eine Änderung der Förderrichtlinien zu erreichen.

„Auch unsere Menschen hier im ländlichen Raum haben das Recht auf moderne, zukunftsorientierte Kommunikation und Digitalisierung“, betonte Jordan.