Magdeburg/Brüchau l Mehrere Dutzend Bürger aus der Region Kakerbeck/Brüchau sind dem Aufruf der Bürgerinitiative (BI) „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ gefolgt und haben am Freitagnachmittag vor dem Landtag in Magdeburg für die abschließende Stilllegung der Brüchauer Bohrschlammgrube, auch Silbersee genannt, und die sogenannte Offsite-Dekontamination demonstriert. Hinter dieser Begrifflichkeit verbirgt sich der komplette Aushub des hochtoxischen Grubeninhaltes und sein Verbringen in ein sicheres Endlager.

Die AfD-Fraktion hatte zuvor einen Antrag dazu eingebracht. Die Fraktion der Linken und auch die Fraktionen der Regierungskoalition aus CDU, SPD und Bündnisgrünen hatten diese Woche nachgezogen und Alternativanträge mit ähnlichem Inhalt gestellt. Einige Abgeordnete, darunter auch AfD-Fraktionschef André Poggenburg und Dorothea Frederking von Bündnis 90/Die Grünen, die sich immer wieder mit der Thematik Silbersee befasst, gesellten sich am Freitag zu den Demonstranten, die teils mit Gasmasken und riesigen Transparenten erschienen waren.

Beschluss vom Mai bestätigt

Letztlich bestätigte der Landtag seinen Beschluss vom 4. Mai 2017 zur endgültigen Stilllegung der Bohrschlammgrube, wobei eine Schließungsvariante gefunden werden soll, die die Sorgen der Einwohner der Region Kakerbeck/Brüchau bezüglich eines bereits belegten Austrittes von Schadstoffen ausräumt. Zuerst einmal soll jedoch ein Sonderbetriebsplan Antwort auf die Frage geben, was überhaupt und in welchen Mengen in der Grube entsorgt worden ist. Neben Bohrschlämmen wurden dort zwischen 1972 und 2012 nämlich auch hochtoxische Stoffe eingelagert, die nicht aus der Erdgasgewinnung stammten.