Adebare brüten wieder

Burg Kalbe: Storchenkino wieder auf Sendung

In Kalbe brüten nach vielen Jahren Pause wieder Störche auf dem Burggiebel. Auch die Kamera, die ins Nest luchst, soll reaktiviert werden.

Von Cornelia Kaiser
Steffen Dannhauer reparierte die Storchenkamera auf dem Burgturm.
Steffen Dannhauer reparierte die Storchenkamera auf dem Burgturm. Foto: Cornelia Kaiser

Kalbe

„Wir beobachten das Geschehen schon seit mehreren Tagen. Und natürlich liegt uns daran, dass die Storchenkamera wieder Bilder überträgt“, sagt Henning Krüger vom Kultur- und Heimatverein. Immerhin brütet nach mehreren Jahren Pause wieder ein Storchenpaar auf dem Burggiebel. Und das bedeutet, dass auch das seit langem pausierende Storchenkino wieder genutzt werden könnte. Die Kamera jedenfalls funktioniert noch, wie Fachmann Steffen Dannhauer am Donnerstag festgestellt hat.

2004 bislang letzter Bruterfolg

Er war bereits im Jahr 2004 finanziell und vor allem technisch daran beteiligt gewesen, dass diese touristische Attraktion installiert worden war. Hauptinitiatorin war damals allerdings die als Märchenoma bekannt gewordene und inzwischen verstorbene Irmgard Falk gewesen. Sie hatte sich unermüdlich für das Vorhaben eingesetzt und allein 2350 Euro zusammengesammelt. Auch der Naturschutzbund hatte damals 1000 Euro bereitgestellt, so dass das Storchenkino, das fortan die Aufnahmen aus dem Burg-Nest auf ein Fernsehgerät im nahen Wachhaus übertragen sollte, im August vor 17 Jahren seiner Bestimmung übergeben worden war. Allerdings hatte die Allgemeinheit nicht lange etwas davon. Denn noch im selben Jahr hatte sich der dort regelmäßig brütende Altstorch eine schwere Verletzung zugezogen, an der er schließlich gestorben war. Das Nest auf dem Burggiebel war fortan verwaist geblieben. Die Kamera war abgeschaltet worden.

Übertragung auf Homepage

Nun aber muss überlegt werden, wohin sie künftig ihre Bilder aus dem Storchennest übertragen soll. Denn das Wachhaus, in dem sich das Burg- und Heimatmuseum der Stadt Kalbe befindet, ist aufgrund der Pandemielage geschlossen. Und selbst wenn es wieder geöffnet werden kann, gibt es das Problem, dass die Einrichtung, die dann dreimal wöchentlich besucht werden könnte, von Ehrenamtlichen betreut wird. Viele von ihnen sind bereits in fortgeschrittenem Alter. Deshalb soll demnächst zwischen Jessica Baldauf von der Kalbenser Tourist-Information und dem Kultur- und Heimatverein geklärt werden, wie die Betreuung des Wachhauses künftig abgesichert werden kann. Vorstandsmitglied Henning Krüger, der sich auch um die Ausstattung des Wachhauses gekümmert hat, war es gewesen, der einst viele Ehrenamtliche für diese Aufgabe gewonnen hatte.

Wie er nun klar macht, müsse auch überlegt werden, ob nicht mithilfe einer Internetverbindung, die bislang noch nicht für das Storchenkino genutzt worden sei, Bilder auf eine Homepage übertragen werden könnten. „Technisch“, so Fachmann Steffen Dannhauer, „ist das kein Problem“. Der Kultur- und Heimatverein überlegt nun laut Krüger, ob seine Internetseite dafür genutzt werden könnte.