Kalbe l „Das Milde-Hotel in Kalbe ist definitiv nicht zu.“ Hotelbetreiber André Schultheis kennt die Gerüchte in der Stadt, in denen es heißt, dass die Beherbergungsstätte keine Gäste mehr empfängt. Im Gespräch mit Volksstimme dementiert er diese Behauptung. Richtung sei jedoch, dass die Geschäfte derzeit eher schleppend vorangehen würden. Aufgrund der Corona-Pandemie entschied sich Schultheis im März, den Hotelbetrieb vorübergehend zu schließen. Seit dem 13. Juli sind die Türen wieder offen. Hygienekonzepte müssen eingehalten werden.

Aber die Gäste strömen nicht in Scharen in die Milde-Stadt. „Zu 98 Prozent sind es Geschäftsleute, die bei uns übernachten“, berichtet der Hotelbetreiber. Die übrigen zwei Prozent setzen sich aus Durchreisenden und Urlaubern zusammen. „Gäste, die derzeit in unserer Region Ferien machen, haben wir kaum.“ Spontan fallen Schultheis auf Anfrage ein älteres Ehepaar ein, das im Milde-Hotel Unterkunft bezogen hat, sowie einige Radtouristen.

Wollen Angebot erweitern

Da Schultheis das Hotel mit seinen 41 Zimmern erst seit Herbst 2019 betreibt, kann er keinen Vergleich zu den Urlaubssaisons der Vorjahre ziehen. „Vor allem leben wir im Moment von den reisenden Geschäftsleuten“, sagt er. Zuversichtlich blickt er aber in die kommenden Monate: „Wir wollen das Hotel auf jeden Fall weiterführen.“ Dazu hofft er aber auch, dass es in Deutschland nicht zu einer zweiten Welle der Corona-Pandemie kommen wird und daraus erneute Einschränkungen resultieren.

André Schultheiß will sich nicht unterkriegen lassen. Er hat sogar Zukunftspläne. „Wir wollen unser Angebot erweitern.“ Doch dazu seien noch nicht alle Planungen abgeschlossen. Im Moment soll noch nicht verraten werden, was sich genau hinter den Plänen des Betreibers verbirgt.

Weniger Gäste als in den Vorjahren

Weniger Touristen als in den Jahren zuvor verzeichnet auch Uwe Kunze im Kalbenser Hotel „Ratsstuben“. Sein Haus blieb durchgehend geöffnet – auch während der Hochphase der Pandemie. Mittlerweile fragen bei ihm auch wieder Touristen wegen Übernachtungsmöglichkeiten an, „aber das ist bei Weitem nicht auf dem Niveau, wie es in den Vorjahren war“, sagt er. Vor allem bleiben Radtouristen aus. „Viele wissen nicht: Dürfen sie hierher verreisen oder nicht?“ Hin und wieder begleiten Angehörige Kurgäste in die Stadt und übernachten dann im Hotel, so Kunze. Grundsätzlich stellt er jedoch fest, dass das Geschäft langsam wieder anläuft.