Gardelegen (ca) l Knapp 30 Elft- klässler und Abiturienten sowie vier Lehrer des Gardelegener Gymnasiums werden die nächsten 14 Tage in häuslicher Quarantäne verbringen. Sie waren am Freitagabend von einem Skilager in Südtirol zurückgekehrt. Während das Gebiet bei Antritt der Reise am Sonnabend der vorigen Woche noch nicht als Corona-Risikogebiet eingestuft war, hatte das Robert-Koch-Institut am Donnerstagabend nach bestätigten Infektionen in Südtirol das Gebiet zum Risikogebiet erklärt. Am Freitagvormittag verständigten sich das Gesundheitsministerium und die Gesundheitsbehörden in Sachsen-Anhalt zur neuen Sachlage. Festgelegt wurde, dass alle Schüler und Begleitpersonen, die in der vorigen Wochen ein Skikurs in Südtirol absolviert hatten, vorsorglich zu Hause bleiben müssen.

Häuslicher Aufenthalt nur für Schüler u

Am Freitagabend seien die Gardelegener Schüler und Lehrer am Bus von der Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes in Empfang genommen worden. „Es fand eine erste Inaugenscheinnahme statt“, informierte Kreis-Gesundheitsdezernentin Kathrin Rösel gestern auf Volksstimme-Anfrage. Auffälligkeiten oder Symptome habe am Freitagabend keiner der Rückkehrer gehabt. Auf Corona getestet wurden die Schüler nicht. „Dafür gibt es festgelegte Parameter, und die sind bundesweit einheitlich“, erläuterte Rösel. Getestet werde beispielsweise bei auffälligen Symptomen oder direkten Kontakten mit positiv getesteten Personen. Die persönlichen Daten der Schüler und Lehrer seien aufgenommen worden, damit in den nächsten Tagen auch eine enge persönliche Betreuung erfolgen könne, so Rösel.

Von der häuslichen Quarantäne betroffen seien nur die Schüler und die Begleitpersonen, nicht die Familienangehörigen. Sollte sich jemand mit dem Corona-Virus angesteckt haben, dann müssten auch die Familien zu Hause bleiben. Die betroffenen Schüler und Lehrer seien nicht in die Schule gekommen, bestätigte gestern auf Volksstimme-Anfrage Daniel Wegener, im Gymnasium als Koordinator für schulfachliche Aufgaben zuständig.

Klausuren müssen nachgeschrieben werden

Man sei derzeit dabei, in der Schule alle Fragen zu klären und bestimmte Dinge zu regeln. Unter anderem gehe es darum, den Schülern Unterrichtsmaterialien digital zu übermitteln, damit sie auch in den 14 Tagen Quarantäne weiter lernen können. Die für die nächste Woche geplanten Vorbereitungsklausuren fürs Abi-tur müssen nachgeschrieben werden. „Im Moment ist alles noch im zeitlichen Rahmen“, betonte Wegener. Sollte nichts weiter passieren, werden alle Klausuren noch geschafft.

Alles andere, was die Quarantäne und in diesem Zusammenhang weitere Entscheidungen betreffe, obliege dem Gesundheitsamt. „Da haben wir kein Mitsprachrecht“, so Wegener. In der vorigen Woche waren mehrere Schülergruppen aus Sachsen-Anhalt zum Skilager in Südtirol. Es handelt sich nicht um einen Freizeitspaß. Der Skikurs wird benotet.