Kalbe l „Wir versprechen uns davon einiges. Aber auch, dass der eigentliche Charakter der Kalbenser Altstadt nicht verloren geht“, sagt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth in Bezug auf das Pilotprojekt des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, das am 1. Februar 2019 startet und in das der sogenannte Pottkuchen in Kalbe samt Zufahrten als einer von insgesamt vier Standorten integriert ist.

Fördermittel sind bewilligt

„Die Fördermittel sind vom Land bewilligt“, der Auftrag sei vergeben und werde von zwei Fachleuten ausgeführt, wie Landeskonservatorin Ulrike Wendland informierte. Während des Projektes soll der spezifische Denkmalwert jeder einzelnen Bebauung herausgearbeitet werden. Dazu bedarf es einer Bestandsaufnahme, die nicht nur umfangreiche Archivarbeit, sondern auch eine fotografische Erfassung vom öffentlichen Raum aus bedeutet. Je nachdem, wie hoch der Denkmalwert einer Immobilie eingeschätzt wird, könnte dies in Zukunft etwaige Bau- oder sogar Abrissmaßnahmen und anschließende Neuerrichtungen erleichtern. Das wiederum würde dem Verfall in der Altstadt, der aber nicht nur auf Denkmalschutz-Auflagen, sondern vor allem auf den demografischen Wandel zurückzuführen ist, entgegenwirken.

Gesamterscheinungsbild nicht beeinträchtigen

Die Einstufung der einzelnen Objekte „orientiert sich aber am Gesamtstatus der Altstadt, deren Erscheinungsbild insgesamt nicht beeinträchtigt werden darf“, so Wendland. Dass der Schutzstatus erhalten bleiben müsse, darin bestehe zwischen dem Landesamt und der Stadt Kalbe Einigkeit. Vielmehr gehe es um eine Differenzierung der Anlässe für denkmalschutzrechtliche Genehmigungen, was dann im Endeffekt auch zu einer Entlastung der zuständigen Kreis- und Landesbehörden führe.

Es dürfe aber nicht vergessen werden, so die Landeskonservatorin weiter, dass es sich um ein Pilotprojekt handele. Und das bedeute: „Es ist etwas Neues und es muss erst eine Methodik für die Umsetzung erarbeitet werden. Das ist Teil des Auftrages.“ Das Projekt sei auf ein Jahr ausgelegt, wobei es für die vier Standorte aber keinen jeweiligen Einzel-, sondern am Ende einen Gesamtabschluss in Form einer Kategorisierungsliste geben werde, erklärte Ulrike Wendland.

Bürgermeister Ruth freut sich, dass Kalbe hier eine Art Vorreiterrolle einnimmt, zumal er selbst auf der Suche nach Entwicklungsmöglichkeiten für die Altstadt an Ministerpräsident Reiner Haseloff herangetreten und auf diesem Weg dann ja auch das zuständige Landesamt eingeschaltet worden war.