Jeetze l Gleich in dreifacher Mission war Kalbes Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer unterwegs. Zum einen überbrachte er die Glückwünsche der Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Salzwedel, Karin Wunderlich, die von Bürgermeister Karsten Ruth sowie die eigenen als Stadtwehrleiter zum großen Jubiläum der Jeetzer Feuerwehr, die vor 90 Jahren gegründet wurde. Und die Glückwünsche nahm bei der Festsitzung am Freitagabend in Reineckes Scheune stellvertretend für alle Kameraden Jeetzes Ortswehrleiter Thomas Wolff entgegen. In seiner Festrede blickte Wolff zurück auf die Anfänge, den Wandel der Zeit und auf das heutige Aufgabengebiet.

Gründung am 27. Juni 1939 in der Gaststätte

Die Gründung fand am 27. Juni 1939 in der Jeetzer Gaststätte statt. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Kreisbrandmeister Schmid und 45 Einwohner der Gemeinde. Von den damals Aktiven lebt keiner mehr, wohl aber Zeitzeugen wie Wilhelm Sasse (84), Karl-Heinz Stubbe (81), Walter Tiedge (78) und Richard Schulz (81). Sie waren damals jung und können sich heute noch gut an die Zeit erinnern. Nach dem Zweiten Weltkrieg sowie nach der politischen Wende habe es die Jeetzer Feuerwehr immer wieder geschafft, auf die Beine zu kommen und den Schutz für die Gemeinde sicherzustellen. Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer betonte, dass auf die Jeetzer Kameraden immer Verlass gewesen sei und heute natürlich immer noch ist. Wilhelm Sasse, ältestes Mitglied der Wehr, erinnerte an schwere Zeiten, die die Wehr auch erlebt hat, zeigte sich aber erfreut, mit Jung und Alt das Jubiläum feiern zu können. Nach dem offiziellen Teil wurde das Büfett eröffnet, und der Abend klang mit einem Tanz aus.

Nach der Festsitzung stand am nächsten Tag alles im Zeichen einer modernen Feuerwehr, denn drei Mannschaften – Kalbe, Packebusch und Gastgeber Jeetze – starteten einen Löschangriff der etwas anderen Art. Eine Staffel mit sechs Einsatzkräften musste vor dem Gerätehaus vorfahren, absitzen und einen Löschangriff mit Befehlsgebung aufbauen, dann schnell eine Person (Puppe) aus einem „brennenden Haus“ retten und löschen – und das in voller Einsatzmontur und Atemschutzgerät – bei 29 Grad im Schatten durchaus eine Herausforderung. Letztlich siegte das Kalbenser Team vor Jeetze und Packebusch. Für die Sieger gab es einen Pokal und ein kleines Preisgeld. Am Nachmittag fand ein großes Familienfest statt. Gut 200 Besucher waren der Einladung dazu gefolgt. Mädchen und Jungen aus der Kita Knirpsenland präsentierten ein Programm, in dem die Feuerwehr im Mittelpunkt stand. Denn die Kita ist „Partner der Feuerwehr“. Und die erhielt am Sonnabend von der Kita einen Pokal mit der Aufschrift „Freund und Partner des Jeetzer Knirpsenlandes“. Am Nachmittag gab es dann Kaffee und Kuchen. Zu den Angeboten gehörten unter anderem Kinderschminken, eine Hüpfburg, ein mittelalterliches Karussell nebst Ballwurfanlage, Ponyreiten und Wasserspiele mit der ältesten Handdruckspritze der Jeetzer Wehr. Das Fest endete mit einem Tanz in der Festscheune.

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