Dannefeld l Eine besondere Ehre wird der Dannefelder Dorfkirche zuteil. In der Weihnachtsausgabe des Monumente-Magazins der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werden insgesamt 24 Dorfkirchen präsentiert – als eine davon darf die „Schöne vom Lande“ aus Dannefeld das Magazin zieren.

Die ausgewählten Bauwerke stehen exemplarisch für die insgesamt 2000 Kirchen, welche die Stiftung mithilfe ihrer rund 200 000 Förderer bisher zu bewahren half. Im Falle der Dannefelder Dorfkirche war es der Turm, der lange Zeit große Sorgen bereitete. Dieser wurde saniert und dabei die Westwand in Fachwerkbauweise ersetzt. Abgeschlossen wurden diese Arbeiten im Jahr 2019.

Einsturz drohte

„Die alte Konstruktion hatte leider so einige statische Probleme“, erklärte Rainer Wellkisch vom Kreiskirchenamt Salzwedel zurückblickend. Christiane Rossner, Autorin des Monumente-Magazins, schrieb, dass die barocke Kirche um 1900 umgebaut wurde. Die seitlichen Emporen sowie tragende Holzstützen seien entfernt worden, was die Standfestigkeit sehr negativ beeinflusst habe. Zuletzt drohte die Kirche sogar einzustürzen oder auseinanderzubrechen. Aus diesem Grund wurden 2016 zur Notsicherung Vierkanthölzer als Stützen an die Nord- und Südwand angebracht.

„Der nächste Bauabschnitt sieht die Sanierung des Kirchenschiffes vor. Dort müssen die Schwellen, einige Stiele und die Decke angefasst werden“, informierte Wellkisch. Ebenso sei der Einbau der Orgel geplant, die für die Turmsanierung ausgelagert werden musste. „Der Bauabschnitt ist mit rund 500 000 Euro sehr umfangreich. Wir hoffen auf Förderung über Leader. Eine Entscheidung steht noch aus“, berichtete der Baufachmann des Kreiskirchenamtes. Man müsse abwarten.

Bau in Rekordzeit

Nicht gewartet wurde dagegen mit dem Bau der Dannefelder Kirche vor rund 250 Jahren. Sie wurde nämlich in „rekordverdächtiger Zeit“ in ihrer ursprünglichen Form um 1774 gebaut, wie auf der Homepage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz nachzulesen ist. Dannefeld wurde von Preußenkönig Friedrich dem Großen gegründet, als man die Landschaft planmäßig entwässerte. Ziel sei es gewesen, einen für Weide- und Graswirtschaft geeigneten Boden zur Ansiedlung von Kolonisten zu schaffen. Der Plan gelang, und die Kirche von Dannefeld wurde von Ostern bis Pfingsten als für die Region typischer Fachwerkbau mit dem hohen Westturm und dem spitzen Helm errichtet. Allerdings wurde sie um 1900 umgestaltet. Anlass war laut Denkmalschutzstiftung vermutlich die neue Orgel, die 1883 der regional bedeutende Orgelbauer August Troch gefertigt hatte. Das Instrument erhielt seinen repräsentativen Platz auf der Westempore.

Die Emporen, die sich an den seitlichen Außenwänden befanden, wurden dafür entfernt. Doch man hatte nicht bedacht, dass sie die Außenwände aussteiften, sprich ihnen zusätzlichen Halt gaben. Nun drückten die horizontalen Kräfte des Dachtragwerkes und die des Windes langsam, aber stetig die seitlichen Fachwerkwände des Kirchenschiffes auseinander.

Tragende Stütze fehlt

Dazu kam, dass im Zuge des Umbaus das Fachwerk der westlichen Turmwand durch eine Kalksandsteinmauer ersetzt wurde. Dabei seien einige der gelösten, aber notwendigen Verbindungen nicht wieder in den Deckenebenen befestigt worden – noch ein Punkt, der laut Wellkisch die Standsicherheit des Kirchenbaus gefährdete. Auch eine tragende Holzstütze in der Ostwand des eingezogenen Turmes wurde entfernt. Hierdurch verlor der Turm im Laufe der Zeit den Anschluss an das Langhaus. Nässe drang ein, es bildete sich Fäulnis am Holz, Schädlinge nisteten sich ein. Feucht ist es auch im Kirchenschiff. Die Handwerker hatten damals für den Innenraum einen Anstrich gewählt, der den Putzflächen zwar eine gewissen Schutz bot und leicht zu reinigen war. Allerdings ließ die Farbe die Fachwerkwände nicht „atmen“, weil sie den Feuchtigkeitsausgleich verhinderte, was fatale Folgen hatte. Deckengewölbe und Dachstuhl sackten ab. Massive Querbalken, die eingezogen wurden, verhindern derzeit, dass sie sich noch mehr senken.

Neben der Dannefelder Kirche wurden in den vergangenen Jahren jene in Solpke (2019), Berge (2018) und Roxförde (2017) über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gefördert.