Drömling l So wie die Spreewaldgurke oder der Rhönapfel bekannt sind und für die entsprechende Region werben, könne sich das Team der Naturparkverwaltung Drömling Rindfleisch als Identifikationsmerkmal der Region vorstellen. „Es soll nicht in die Richtung gehen, dass wir eine bestimmte Rasse vermarkten wollen“, erklärt Naturparkleiter Fred Braumann auf Volksstimme-Nachfrage. Vielmehr gehe es darum, ein Qualitätsmerkmal zu setzen. Braumann verweist auf die ökologisch einwandfreie Haltung der Rinder auf den Wiesen des Drömlings.„Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass die Tiere im Naturpark geweidet haben, unter freiem Himmel gehalten wurden.“

Es sei aber noch vieles auf den Weg zu bringen. „Wenn man so eine Regionalmarke entwickeln will, muss man sehen, dass man diese Marke auch erzeugt und vermarktet bekommt“, so Braumann. So müsse derzeit noch ein Konsens zwischen den Haltern und dem Naturpark gefunden werden. Ebenso gilt es, Vermarktungswege zu finden. Da sieht Braumann verschiedene Möglichkeiten, jedoch „zuerst brauchen wir Marktanalysen“, sagt er.

Filet über Drömling-Tellerrand hinaus

In der Rinderhaltung im Drömling sieht Braumann genügend Potenzial für die Idee eines Alleinstellungsmerkmals. „In Jahrstedt werden beispielsweise Galloways gehalten. In Piplockenburg gibt es Wasserbüffel. Die vermarkten die Halter dort direkt in ihrer Gaststätte.“ Braumann sieht das ökologisch einwandfreie Rinderfilet aus dem Drömling aber nicht nur auf den Tellern der Gaststätten der Region liegen, „auch überregional wäre das eine gute Marke. Wir wollen in die Breite gehen.“ Dazu bedarf es aber auch einer „verlässlichen Menge“.

Dass es für ökologisches Drömlingsrindfleisch einen Markt gibt, ist sich Fred Braumann sicher: „Es gibt Kunden, die echtes Interesse an solchem Fleisch haben.“ Der Naturparkleiter könne sich aber nicht nur Rindfleisch als Identifikationsmerkmal vorstellen. Vielleicht werde es auch den Drömlingsapfel als Marke geben, als Apfel aus ökologischem Anbau. Schließlich gebe es viele Apfelbäume in der Region, darunter auch historische Sorten, so Braumann.

Ein weiter Weg, der lohnt

Der Weg von der Idee bis zum Alleinstellungsmerkmal Rindfleisch aus dem Drömling beziehungsweise Drömlingsapfel ist aber noch ein weiter. „Wir sind im ersten Jahr. Wir müssen Mitstreiter finden“, fasst der Naturparkleiter zusammen. Ebenso muss die Finanzierung dieses Projektes aufgestellt werden. „Es ist ein weiter Weg, der vor uns liegt, aber es lohnt sich.“

Die Kreation einer regionalen Marke ist eines der Projekte, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. Des Weiteren ist die Einstellung eines landwirtschaftlichen Beraters sowie die Schaffung eines gut ausgebauten und beschilderten Radwandernetzes vorgesehen. Darüber hinaus ist die größte Maßnahme derzeit aber die Umwandlung des Naturparks zu einem Biosphärenreservat. Die Drömlingskonferenz im März 2017 gab den Auftakt zur Antragserarbeitung. Dieses Jahr geht der Antrag an die UNESCO raus. Etwa 2020 könnte er umgesetzt sein. Der größte Bereich des Biosphärenreservates wird dann künftig auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Gardelegen liegen.