Jävenitz l Aus den Augen, aus dem Sinn – diese Redensart kennt jeder. Doch im SV Heide Jävenitz soll sie nicht zum Tragen kommen. Der Vorstand vom Sportverein hat sich eine besondere Form der Erinnerung an verstorbene, verdiente Mitglieder, die sich als Vorsitzende, Trainer und Übungsleiter engagierten, einfallen lassen, nämlich eine Erinnerungstafel. Sie wurde feierlich vom Vorsitzenden Jörg Nielsen und vom Schatzmeister Hermann Wolter enthüllt. Sie wurde unter der schon länger existierenden Gedenktafel von Johannes Bieneck, laut Nielsen eine „Ikone das Vereins“, am Vereinshaus angebracht.

Und der Rahmen hätte nicht passender sein können. Denn seit sechs Jahren lädt der Heide-Vorstand die Senioren des Vereins im Sommer zu einem Seniorennachmittag ein, um mit ihnen zu plaudern, kühle Getränke und Herzhaftes vom Grill zu genießen. Und unter den Senioren sind auch noch einige Ehefrauen der „gestandenen Männer, die bereits verstorben sind“, wie Nielsen erzählt. Und so konnten er und seine Vorstandskollegen Ingrid Diwischek (ihr Mann Josef war im Fußball aktiv), Herta Bieneck (ihr Mann Johannes war ebenfalls Fußballer und Vereinsvorsitzender von 1953 bis 1961), Käthe Lindecke (ihr Mann Bruno war von 1961 bis 1963 Vereinsvorsitzender) und Katrin Lindecke (ihr Mann Jörg war Fußballtrainer) begrüßen.

Ältestes Vereinsmitglied zugegen

Der Einladung sehr gern gefolgt, war auch das älteste Vereinsmitglied. Der 87-jährige Otto Frommhagen lebt zwar mittlerweile in einem Stendaler Pflegeheim, von dort wurde er aber von Rudi Wolski zum Seniorennachmittag abgeholt.

Insgesamt zieren 17 Namen die neue Sport-Ehrentafel, die um weitere verdiente Sportler erweitert werden kann. Wenn man drauf schaut, stehen auf der linken Seite die bisherigen neun Vorsitzenden, auf der rechten Seite acht Namen von Übungsleitern, Trainern und Engagierten in anderen Funktionen. Die Idee zu dieser besonderen Gedenktafel entstand schon 2012, als ein neuer Vorstand gewählt wurde, erzählt Wolter. Denn die Erinnerung an die Sportfreunde, die das Leben und den Sport in Jävenitz über Jahrzehnte geprägt haben, ist wichtig. Die Umsetzung dauerte zwar eine Weile, weil viel in den Chroniken und anderen Aufzeichnungen recherchiert werden musste. Als alle Fakten zusammen getragen waren, hat der SV Heide Brauchtumsmittel in Höhe von 400 Euro beantragt und auch erhalten. So konnte der Wunsch realisiert werden.