Historischer Rundgang

Ein historischer Spaziergang durch 900 Jahre Estedt zum Jubiläum

Die erste urkundliche Erwähnung von Estedt ist auf den 18. Oktober 1121 datiert. Damit wird das altmärkische Dorf 2021 900 Jahre alt. Das soll gefeiert werden.

Von Elke Weisbach
Auch devangelische Dorfkirche Estedt, die um 1200 als  spätromanischer Feldsteinsaal mit eingezogenem quadratischen Chor und Westquerturm entstanden ist, ist eine Station auf dem historischen Rundgang zum 900-jährigen Jubiläum des Dorfes om Oktober.
Auch devangelische Dorfkirche Estedt, die um 1200 als spätromanischer Feldsteinsaal mit eingezogenem quadratischen Chor und Westquerturm entstanden ist, ist eine Station auf dem historischen Rundgang zum 900-jährigen Jubiläum des Dorfes om Oktober. Archivfoto: Malte Schmidt

Estedt

Runde Geburtstage sind ein immer ein guter Grund, in großer Runde mit vielen Gästen zu feiern. Doch die Corona-Pandemie bremst solche Pläne derzeit aus. Aus diesem Grund mussten auch die Estedter ihre eigentlichen Vorstellungen und Ideen, wie sie die 900 Jahre ihres Dorfes begehen wollten, auf Eis legen. Denn so alt wird das altmärkische Dorf in diesem Jahr. Am 18. Oktober 1121 wurde Estedt nämlich als Eslestede erstmals urkundlich erwähnt. An diesem Tag bestätigte der Bischof von Halberstadt, Reinhard von Blankenburg, dass er den Ort an das Kloster Schöningen übereignet hat.

Geschichtliches und Geschichten

Ganz ausfallen soll das Jubiläum aber nicht. Darin waren sich die Ortschaftsräte um Ortsbürgermeister Volker Schmidt einig und entwickelten die Idee eines historischen Spaziergangs durch das Dorf. Dafür konnte bereits, wie Ortschaftsrätin Margot Göbel berichtete, Stadtverwaltungsmitarbeiter Rupert Kaiser gewonnen werden, der bei Stadtführungen als Gardelegens Uralt-Bürgermeister Julius Beck und als hanseatischer Kaufmann Rufus Frucht brilliert. Für seine vorgesehene Führung müssen ihm natürlich Geschichtliches und Geschichten an die Hand gegeben werden, erläuterte Göbel, und diese Handreichung stelle sie derzeit zusammen, was eine enorme Arbeit sei. Denn es gab im Dorf und im aktuellen Gemeindebrief den Aufruf an die Bürger, Material zur Verfügung zu stellen. „Und dabei kam eine Menge zusammen“, so Göbel. Ein Estedter will sogar versuchen, ein Video über die Einfahrt eines Zuges im ehemaligen Bahnhof Estedt zu organisieren. Weitere Grundlagen sind die Aufzeichnungen der drei Chronisten Wilhelm Berlin, Otto Neubauer und Dieter Hetebrüg. Berlin fasste seine Aufzeichnungen in einem 200 Seiten dicken Buch zusammen, der mittlerweile verstorbene Hetebrüg in kleinen Heften. Und beim Durcharbeiten kommen, wie Göbel sagte, so viele interessante Dinge zum Vorschein, die man gar nicht alle verarbeiten kann. Estedt hatte früher von der Mühle, über eine Bäckerei und zwei Schuster bis hin zur Schule, zahlreichen Schulzens und landwirtschaftlichen Höfen viel zu bieten.

Auch für sie sei das höchst interessant, sagte Göbel, denn sie ist gebürtige Estedterin, deren Familie bis ins 16. Jahrhundert im Dorf zurück verfolgt werden kann. Sie ist also „eine ganz alt Eingesessene“, wie sie lachend bestätigte.

Tafeln an den einzelnen Stationen

Doch nicht nur Geschriebenes war und ist willkommen, sondern auch alte Fotos. Mit diesen soll zum einen die große Übersichtstafel mit den einzelnen Stationen im Dorf bestückt werden, die am Dorfplatz aufgestellt werden soll. Für die Finanzierung derselben wurde laut Göbel der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt um Unterstützung gebeten. Zudem sind kleinere Tafeln an den einzelnen Stationen des Rundgangs, der vom Dorfplatz aus an der Kirche vorbei, um den Topfkuchen und zu markanten Punkten wie der ehemaligen Mühle führen soll, vorgesehen. Das müsse noch mit den Eigentümern abgesprochen werden.

Das alles sei in Vorbereitung. Während der nächsten Ortschaftsratssitzung sollen die Aufgaben konkret verteilt und ein Datum für den historischen Spaziergang festgelegt werden. Anvisiert ist der 23. Oktober. Vielleicht lasse die Pandemie dann auch etwas mehr zu. Dann soll es auch noch ein Extra-Angebot für die Kinder geben.