Gardelegen l Schön ist sie geworden, die Glaswand in der Gardeleger Nikolaikirche, die eingelassen in den Triumphbogen nun das Kircheninnere mit dem äußeren Bereich der Kirchenruine verbindet. Gestern wurde die Konstruktion im Beisein von Vertretern der Stadt und den Handwerkern eingeweiht.

Anette Bernstein, Vorsitzende des Kultur- und Denkmalpflegevereines, nutzte diese Veranstaltung, um allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses Projektes beitrugen, ihren Dank auszusprechen. Ihr besonderer Dank galt dem Architekten Lutz Schwarzbrunn und den Handwerkern. „Es ist Handwerkskunst, was hier entstanden ist“, sagte sie und verwies dabei auf die „Symbiose von Holz, Glas und Stein. Die Farben sind geschmackvoll und edel gewählt.“ Und sie fügte hinzu: „Hier ist zu sehen, was Menschen für Menschen schaffen können, wenn Freude dabei ist und eine Vision.“ Danke sagte Anette Bernstein im Namen des Vereines auch der Stadt, die mit einer finanziellen Unterstützung das Projekt ermöglichte. In der ersten Jahreshälfte sprach sich die Stadt dafür aus.

250.000 Euro Gesamtkosten

Von den rund geplanten 250.000 Euro Gesamtkosten, die für die Glaswand, die Empore, den Zugang zur Empore, temporäre Überdachung und Reparatur der Turmfassade anfallen, trägt die Stadt einen Anteil von 20 Prozent. In vier Jahresscheiben werden die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt.

Für die Glaswand samt den beiden Stufen im Eingangsbereich dieser Fassade waren 125.000 Euro geplant. Allerdings fielen die realen Kosten günstiger aus. „Wir liegen mit 15.000 Euro im Plus“, sagte Schwarzbrunn. Hiesige Handwerker gewährten gute Preise, Skonto wurde vereinbart. Im nächsten Jahr werden 80.000 Euro bereit gestellt, die restliche Summe wird jeweils in den beiden folgenden Jahren bereitgestellt. Im nächsten Jahr soll die Empore im Außenbereich der Kirchenruine entstehen. Schwarzbrunn hofft, dass sie zur Jahresmitte eingebaut ist. Als letzter Schritt ist der Einbau einer temporären Überdachung vorgesehen. Überall dort, wo Arbeiten den Boden betreffen, werden im Vorfeld Archäologen das Projekt begleiten, so Schwarzbrunn.

Eine Auflage der Stadt war, die Akustik des Gebäudes zu verbessern. Auch daran werde bereits gearbeitet. So waren am Wochenende Mitarbeiter eines Hamburger Akustikbüros vor Ort.

„Es ist schöner geworden, als ich gedacht hätte“, so Bürgermeisterin Mandy Zepig über das Glaselement. „Es ist ein nächster Schritt in die Zukunft, um den Erhalt dieses Gebäudes zu sichern“, machte Schwarzbrunn auf die Bedeutung des Projektes aufmerksam.

Das erste Konzert mit Glaswand wird am kommenden Sonntag, 23. Dezember, in der Nikolaikirche stattfinden. Dann singt der Männerchor Eintracht Gardelegen. Das Konzert beginnt um 19 Uhr.