Wannefeld l „Das ist eine Zumutung. Bei den vielen Huckeln ist das Fahren fast nicht möglich.“ Felix Plaschke, mit 89 Jahren ältester Bürger von Wannefeld, ließ seinem Unmut über den, in seinen Augen ganz und gar nicht ordnungsgemäß reparierten Radweg zwischen Wannefeld und Letzlingen freien Lauf. Er hatte sich auf Einladung von Ortsbürgermeister Gustav Wienecke mit seinem kleinen, vierrädrigen E-Mobil auf den Weg gemacht, um beim Vor-Ort-Termin des Ortschaftsrates mit Andreas Freude, dem Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes des Altmarkkreises Salzwedel, dabei zu sein. Denn er, so Wienecke, war der Erste, der sich über die Ausführung der Arbeiten bei ihm beschwert hatte. Viele andere folgten.

Wie Felix Plaschke erzählte, fahre er mindestens zweimal in der Woche nach Letzlingen und zurück und hatte sich sehr gefreut, als im August die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei des Altmarkkreises Salzwedel/Bereich Klötze damit begannen, die besonders aufgeworfenen und sehr huckeligen Stellen des Radweges herauszuschneiden, die Wurzeln darunter zu kappen und die Bitumendecke anschließend wieder zu schließen. Als die Strecke wieder frei gegeben war, machte er gleich einen Ausflug und war maßlos enttäuscht, „als ich die Misere gesehen habe“. Denn auf den ausgebesserten Stellen gab es zwar nicht mehr die großen Huckel, dafür aber viele kleine, die das E-Mobil manchmal ganz schön ins Schwanken brachten. „Eigentlich ist es genauso wie früher“, fasste Plaschke das Ergebnis zusammen.

Kritik prallte ab

Und das sehen auch die anderen Wannefelder Ortschaftsratsmitglieder so, die deutlich machten, dass solche Arbeit, von einer Fachfirma ausgeführt, nie hätte abgenommen, noch bezahlt werden dürfen. „Das ist eine Sechs, nein eine Sechs Minus“, erklärte Marcus Wolf. Doch der Kreisbauamtsleiter sah das ganz anders. Er machte gleich zu Beginn deutlich: „Wir brauchen uns über den Zustand nicht zu unterhalten. Wir werden nicht den ganzen Radweg sanieren. Es war die Aufgabe, die Wurzelaufbrüche und Risse zu beseitigen und das wurde gemacht.“

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Kritik an der Ausführung und dem erneuten schlechten Zustand prallte an ihm ab. Und als der Ortsbürgermeister konkret nachfragte: „Können wir was machen, oder bleibt das so?“, hieß seine Antwort: „Das bleibt so. Der Weg ist befahrbar.“ Selbst ausprobieren wollte er das aber nicht, obwohl ihm Marcus Wolf sein Rad anbot. Und eventuelle Risiken für Kinder und ältere Fahrradfahrer, die Antje Brune ansprach, sieht er nicht: „Der Weg ist nur huckelig. Fahren Sie mal auf einem Wald- oder Schotterweg“, so Freude Das allerdings sind keine offiziellen Radwege, entgegnete Brune.

Unbefriedigendes Ergebnis

Für Wienecke war die Aussage nicht nur enttäuschend, sondern ein „Schlag ins Gesicht der Bürger“. Die Gemeinden Wannefeld und Letzlingen hatten im Jahr 2000 viel Geld in die Hand genommen, um den Radweg zu bauen. Anschließend ging die Baulast an den Kreis, weil der Radweg an einer Kreisstraße liegt. Deshalb, so Wienecke, „kann die Aussage zur Reparatur nicht als befriedigend erachtet werden. Hier sind Steuergelder nicht ordnungsgemäß verarbeitet worden.“

„Wir behalten uns vor, weiter zu gehen“, gab der Ortsbürgermeister dem Kreisbauamtsleiter mit auf den Weg, der abschließend noch einmal deutlich machte: „Ich stehe dazu, dass da gut gearbeitet wurde. Er ist zwar nicht perfekt, aber befahrbar.“ Die Verkehrssicherheit sehe er nicht beeinträchtigt. Wie unbefriedigend der Vor-Ort-Termin war, war auch bei der anschließenden Auswertung im Gerätehaus noch einmal Thema: „Herr Freude hat uns keine Freude bereitet“, brachte es Wienecke auf den Punkt. Im Protokoll wurde fest gehalten: „Wir behalten uns vor, einen Gutachter zu beauftragen.“ Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen zu sein