Gardelegen/Magdeburg l Man schaut wieder optimistischer in die Zukunft. Das war gestern bei einer Telefonkonferenz mit Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher, und Christine Schulz sowie Sandra Hietel vom Förderverein der Kinderklinik nach dem Gespräch im Sozialministerium deutlich zu merken.

„Das Gespräch ist positiv verlaufen. Wir haben uns angenähert“, fasste Mandy Schumacher Inhalt und Ergebnis zusammen. Um eine stationäre Versorgung am Standort Gardelegen zu erhalten, sei die Personalfrage aber Grundvoraussetzung. „Ohne Kinderarzt kann ich auch keine Kinderstation betreiben. Das ist klar“, betonte Schumacher. Bis August soll die Salus Altmark Holding als Träger des Klinikums ein Zukunftskonzept für die beiden Standorte in Gardelegen und Salzwedel erarbeiten. Im September wird dann erneut der Aufsichtsrat der Salus Altmark Holding dazu tagen. In Sachen Fachkräftesuche sei der Förderverein Kindertraum der Kinderklinik überaus engagiert im Einsatz, so Schumacher.

Motto: Retter gesucht

Unter dem Motto „Retter gesucht“ hatte der Förderverein eine etwas ungewöhnliche Anzeige in der Volksstimme geschaltet, die am 1. Juli erschienen war. Diese Anzeige wurde mittlerweile in den sozialen Netzwerken zahlreich geteilt. Viele Gardelegener haben die Anzeige in ihren Whatsapp-Status gestellt.

Die Informationen gehen somit quer durch die gesamte Republik. Und das freut natürlich ganz besonders den Förderverein, der genau das auch damit bezweckt hat. Aber bereits vor dieser Anzeige hatte sich ein Kinderarzt gemeldet. Erste Gespräche mit der Geschäftsführung des Klinikums würden bereits laufen, informierte Christine Schulz, Vorsitzende des Fördervereines. Aber auch die Resonanz auf die Unterschriftenaktion sei überwältigend. „14 198 Unterschriften innerhalb kurzer Zeit. Das ist unglaublich“, so Schulz. Die Aktion geht über die Sommermonate weiter. „Wir wollten mit der Übergabe der ersten Listen an die Sozialministerin einfach ein Zeichen setzen. Wir wollten nicht mit leeren Händen kommen“, so Schulz. Auch die ersten Erlebnisberichte seien übergeben worden. Auch dazu hatte der Förderverein aufgerufen. Jeder, der mit der Kinderklinik in irgendeiner Form zu tun hatte, sollte seine Erlebnisse und Erfahren kurz aufschreiben. Auch diese Aktion wird fortgesetzt. Und wie geht es jetzt weiter? „Wir suchen Fachärzte für unsere Kinderklinik“, sagte Schulz.

Thema in der Landespolitik

Auch in der Landespolitik wird das Thema eine Rolle spielen, kündigte Sandra Hietel, CDU-Stadträtin und Vorstandsmitglied im Förderverein, an. Die CDU-Landtagsfraktion habe eine aktuelle Debatte zur medizinischen Versorgung im Land beantragt. „Wir haben damit auch die höchste politische Ebene erreicht“, betonte Hietel. Die Landtagssitzung findet in der kommenden Woche statt. Am kommenden Montag wird Ministerpräsident Reiner Haseloff in Gardelegen sein und unter anderem die Kinderklinik besichtigen.

Von Sozialministerin Petra Grimm-Benne gebe es die Zusage, dass der Förderverein die Erstellung des Zukunftskonzeptes für das Altmark-Klinikum begleiten könne. Das sei auch eine Forderung des Vereines gewesen. Denn es spiele auch eine wesentliche Rolle, wie viele Betten letztlich in Gardelegen bleiben. „Wenn wir hier zehn Betten vorhalten können, wäre das schon super“, so Hietel.

Ende Mai war öffentlich geworden, dass der Träger, die Salus Altmark Holding, plant, die Kinderklinik zu schließen. Bestätigt worden war dann, dass der Träger Umstrukturierungen plant. Unter anderem soll es Spezialisierungen in den Häusern in Gardelegen und Salzwedel geben. Dazu gehört auch die Kinderklinik. In Gardelegen soll eine ambulante Versorgung angeboten werden und in Salzwedel eine stationäre. Hintergrund seien vor allem personelle Probleme. Es fehle medizinisches Fachpersonal.

So sei es innerhalb von zwei Jahren nicht gelungen, für die kommissarische Leiterin der Kinderklinik, Ulrike Schulz, einen Nachfolger zu finden. Nach der Aufsichtsratssitzung der Salus Altmark Holding Ende Juni hatte Vorsitzende Beate Bröcker, zugleich Staatssekretärin im Sozialministerium, vorgestern mitgeteilt, „dass ein modernes pädiatrisches Zentrum mit Schwerpunkt in der ambulanten Versorgung sowie der Möglichkeit, im kleineren Rahmen auch stationäre Kapazitäten, also Betten, vorzuhalten“, das Ziel sei. So laute auch der Auftrag für die Geschäftsführung und die Krankenhausleitung des Altmark-Klinikums für die Erarbeitung des Zukunftskonzeptes (Volksstimme berichtete).