Gardelegen l Mitte der 1990-er Jahre neu gebaut auf dem ehemaligen Schlachthofgelände, ist das Gardelegener Gerätehaus heute – 25 Jahre später – zu klein, zumindest was den Bereich der Umkleideräumlichkeiten betrifft. Dieses Problem habe sich in den vergangenen Jahren herausgestellt. Mittlerweile würden schon neun Spinde im Flur stehen. Eine Trennung von privater Bekleidung und Einsatzbekleidung sei nicht möglich. Die Größe der Spinde reiche nur, um die persönliche Schutzbekleidung aufzubewahren. Privatkleidung wird auf dem Fußboden abgelegt. Das stelle bei Einsätzen eine Gefahr dar, wenn die Kameraden die Umkleidekabinen verlassen.

Mit dem Anbau sei eine gesonderte Aufbewahrung von Einsatz- und Privatbekleidung in einer sogenannten Schwarz-Weiß-Trennung möglich. Gerade auch aufgrund der Einsatzhäufigkeit sei eine Vergrößerung der Umkleideräume erforderlich, denn in der Summe hat Gardelegen die meisten Einsätze, heißt es in der Beschlussvorlage. 2018 waren es von 201 Einsätzen allein 112 und im vorigen Jahr von 192 Einsätzen 104. 45 Männer, neun Frauen und 17 Jugendliche seien in der Gardelegener Wehr aktiv.

Die Kosten für den Anbau an der Rückseite (zu den ehemaligen Kleinbahngleisen) liegen bei 340 000 Euro. In diesem Jahr sollen 40 000 Euro für die Planung und im nächsten Jahr 300 000 Euro für den Bau zur Verfügung gestellt werden.

Kontaminierte Bekleidung sei in Gardelegen nicht anders als in Mieste oder anderswo, wo auch keine Trennung möglich ist, betonte Stadtrat Daniel Läsecke (Fraktion SPD, Feuerwehr, Südliche Altmark) im Bauausschuss. Wenn schon angebaut werde, solle genau geprüft werden, ob der Platzbedarf auch ausreiche. Im neuen Gerätehaus in Mieste beispielsweise, das erst 2017 eingeweiht wurde, stünden auch schon vier Spinde in der Fahrzeughalle. „Und wie sieht es denn mit der Diversität aus?“, fragte Läsecke.

„Wenn einer kommt, dann werde ich mich drum kümmern. Bis dahin bleibt die Geschlechtertrennung so wie sie jetzt ist“, reagierte darauf Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher. Der Platzbedarf im Gardelegener Gerätehaus sei enorm. Der Anbau sei dringend erforderlich.

Charakterisierung als Luxusproblem

340 000 Euro, das sei schon viel Geld. „Damit kann man schon ein Eigenheim bauen“, meinte Norbert Tendler (CDU). Seiner Ansicht nach werde hier schon von einem „Luxusproblem“ gesprochen. Er schlug vor, dass man sich zunächst die Begebenheiten vor Ort anschauen sollte.

Diesen Vorschlag griff Ausschussvorsitzender Oliver Stegert (SPD, Feuerwehr, Südliche Altmark) auf. Die nächste Sitzung des Ausschusses soll im Gardelegener Gerätehaus stattfinden.

In der Abstimmung sprach sich der Ausschuss mehrheitlich für die Aufhebung des Sperrvermerks der Haushaltsposition aus. Dagegen stimmten Tendler und Klaus Fehse (CDU). Über die Mittelfreigabe wird abschließend der Stadtrat entscheiden.