Gardelegen l Noch ist nicht alles fertig in der 300 Quadratmeter großen Halle des VHS-Bildungswerkes. Auf einer Seite sieht es schon richtig gemütlich aus mit Tischplätzen, Kuschelecken zum Spielen, Lesen oder einfach nur zum Erzählen. Die Computerarbeitsplätze sind aufgebaut. In den Regalen an den Wänden sind Spiel- und Bastelmaterialien einsortiert, ebenso die großen Chroniken des Schullandheimes Gardelegen.

Dieser Bereich ist abgetrennt von der Halle, aber dennoch offen durch einen großen Eingangsbereich ohne Tür. Auf der anderen Seite entsteht eine Art dreigeteilte Werkstatt unter anderem für die Arbeitsgemeinschaften. In den Umbau der ehemaligen Ausbildungshalle zur neuen Freizeitoase habe das VHS-Bildungswerk schon ordentlich investiert.

Vor allem mit Blick auf Brandschutzauflagen, informierte Dagmar Rusch, Standortleiterin des Bildungswerkes in Gardelegen, auf Volksstimme-Anfrage. Dazu gehörte unter anderem der Einbau einer Fluchttür und einer Brandmeldeanlage.

Investitionen vor allem in den Brandschutz

Wann allerdings geöffnet werden kann, stehe noch nicht fest. Ob überhaupt noch ein Ferienprogramm stattfindet, sei auch offen. „Und wenn, dann wird das Ferienprogramm auch nicht so sein wie sonst in all den Jahren mit 30 Kindern. Wir müssen einfach abwarten, welche Corona-Verordnungen folgen werden“, betonte Rusch. Sie wolle zudem abwarten, ob die Schulen nach den Sommerferien tatsächlich wieder in den Regelbetrieb starten. „Es sind noch viele Fragen offen“, sagte Rusch mit Blick auf die Reiserückkehrer und Corona.

Leider habe man ins neue Domizil die Aquarien nicht mitnehmen können. Diese Arbeitsgemeinschaft wird es also künftig nicht mehr geben. Die Vogelvoliere vom alten Standort an der Letzlinger Landstraße könne eventuell umgesetzt werden.

Vorgänger der Freizeitoase war das Gardelegener Schullandheim, das Jahrzehnte seinen Sitz in den Baracken an der Letzlinger Landstraße hatte. In all den Jahren haben ganze Schülergenerationen die Einrichtung im Rahmen von Schulprojekten besucht. Der Kreislauf des Wassers, gesunde Ernährung, Jugend forscht oder auch der Igel dürften vielen, mittlerweile heute Erwachsenen noch bekannt sein. Unter der Leitung von George Wichmann (†) und später Heidi Adolf war das Schullandheim schlichtweg eine Institution in Gardelegen.

Vor einigen Jahren übernahm das VHS-Bildungswerk die Trägerschaft vom Kreis. Anderenfalls wäre das Schullandheim vermutlich schon damals geschlossen worden. Der Kreis bezuschusst seit dem Trägerwechsel die Personalkosten für die Mitarbeiter der Einrichtung, die nun den Namen Freizeitoase trägt. Eigentümer der Immobilie an der Letzlinger Landstraße ist die Stadt Gardelegen. Das Bildungswerk konnte Gebäude und Grundstück über eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt mietfrei nutzen.

Arbeitsgemeinschaften auch im neuen Domizil

Nachdem es im vorigen Jahr eine Brandschutzschau dort gegeben hatte, ergab sich eine andere Situation. Der Brandschutz war völlig unzureichend, die elektrischen Anlagen marode, ebenso die Bausubstanz der Gebäude. Eine weitere Nutzung im jetzigen Zustand könne die Stadt nicht verantworten, hatte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher klargestellt.

Der Sanierungsbedarf war hoch. Etwa 800 000 Euro hätten investiert werden müssen. Das hätte die Stadt vielleicht auch noch geschultert, aber eine Sanierung hätte zur Folge gehabt, dass das VHS-Bildungswerk künftig Miete zahlt. Und das war seitens des Bildungswerkes nicht unbedingt gewollt.

Eine Zeit lang wurde nach anderen Räumlichkeiten in der Stadt gesucht. Letztlich wurde die Variante, eigene Räume zu nutzen, umgesetzt. Bis März hatte die Freizeitoase noch an der Letzlinger Landstraße ihren Sitz. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie war von dieser Schülerfreizeiteinrichtung nichts mehr zu hören.

Die täglichen Freizeitangebote unter anderem mit Hausaufgabenzeit, kreativem Arbeiten und gesunder Ernährung, werden sich nicht grundlegend ändern. Beibehalten wird auch ein Großteil der Arbeitsgemeinschaften (AG). Dazu gehören AG Kreativ, Schnitzen, Töpfern, junge Reporter und Handarbeiten sowie die 3D-AG und die Schrauber-AG.

Ein neues Eingangsschild für die neue Freizeitoase gibt es übrigens schon - angefertigt nach eigenen Ideen von Ingrid Jankowski, der Leiterin der Freizeitoase.