Letzlingen l Wer glaubt, dass Umweltschutz nur etwas für Erwachsene ist, liegt daneben. Auch Kinder und Jugendliche können aktiv werden. Ob in der Schule, Jugendclubs oder Umweltorganisationen – überall gibt es die Möglichkeit, sich nachhaltig für eine bessere Zukunft einzusetzen. Das Bewusstsein für Umwelt, Natur und Klima werden dabei geschärft und durch Spiel, Spaß und Aktionen erweitert.

Wie man das Kindern auf eine für sie verständliche Weise näherbringen kann, damit beschäftigte sich Christa Ringkamp, Projektleiterin und -koordinatorin der Gartenakademie Sachsen-Anhalt, die zugleich auch Präsidentin der European Garden Association ist. Ein Verein, der ein europaweites Bewusstsein für die Bedeutung von naturnahen Lebensräumen für die heimische Flora und Fauna schaffen möchte.

Igel-Comic aus Tschechien

„Während eines Treffens der Association stellte eine Kollegin aus Tschechien einen Igel-Comic von Tyna Sataryova vor, der sich mit genau dieser Thematik beschäftigt“, erklärte Ringkamp. Sie war begeistert davon und spielte mit dem Gedanken, es auch in Deutschland und darüber hinaus an Schulen verteilen zu können. Gedacht, getan. Mit der Hilfe des Rotary-Clubs Gardelegen, der Concordia Stiftung GmbH und Hortec Landschaftsarchitekten Berlin konnte das Heft in Deutsch übersetzt und gedruckt werden – Auflage: 5000 Exemplare. So war Christa Ringkamp am Mittwoch in der Grundschule in Letzlingen zu Gast, um einige Comic-Hefte an Schulleiterin Silvia Lehmann zu überreichen. Und so werden sich auch bald die Jungen und Mädchen spielerisch mit dem Naturschutz beschäftigen können

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Denn in dem kleinen Comic geht es um einen jungen Igel, der sich auf den Weg in ihm unbekannte Gebiete macht, um einen besseren Lebensraum für sich und damit auch etwas zu fressen zu finden. Auf seinem Weg sieht er weggeworfene Zigarettenstummel oder einen ausgetrockneten Rasen, der sprechen kann und ihm sein Leid klagt. Außerdem kommt er mit Pestiziden und Kunstdünger in Kontakt und frisst Rattengift. In einem Pool sucht er etwas zu trinken und spuckt das chlorhaltige Wasser wieder aus, so dass er denkt, dass ihm die Menschen nur etwas Schlechtes wollen. Doch dem ist nicht so. Einen Tag später findet er einen natürlichen Garten und freundet sich dort mit den anderen Tieren an, findet etwas zu trinken, Insekten und Regenwürmer zum Fressen und Laub, in dem er sich ausruhen kann.

Lernort Garten in Gardelegen

Der Igel-Comic zeigt Kindern auf, wie sie sich im Beispiel des Igels verhalten sollten, um die Flora und Fauna zu schützen und den dortigen Tieren etwas Gutes zu tun. „Uns ist wirklich wichtig, dass die Kinder diese Thematik mit diesem Heft ganz einfach verinnerlichen können“, erklärte Christa Ringkamp. Sie fügte hinzu, dass sich interessierte Schulen bei der Gartenakademie Sachsen-Anhalt melden können, wenn sie Exemplare des kleinen Igels erhalten möchten. „Da genügt schon ein kurzes Telefonat“, betonte Ringkamp.

Sie fügte außerdem hinzu, dass interessierte Einrichtungen ab dem kommenden Jahr mit den Kindern zusammen den außerschulischen Lernort an der Gardeleger Kapelle St. Georg für Projekte nutzen können. Dort sollen sich junge Leute gärtnerisch ausprobieren können, mal eine Hacke in die Hand nehmen, Kräuter säen, mal den Duft einer Quitte erschnuppern. Geschaffen wurde der Garten von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der Landesstiftung Umwelt, Natur und Klimaschutz (SUNK), die 9000 Euro beisteuerte. So können die Kinder schnell mit der Natur in Verbindung gebracht werden, um sie schätzen zu lernen, ist sich Christa Ringkamp sicher. Schulen und andere Einrichtungen können sich bei der Gartenakademie unter der Nummer 03907/777  71  14 telefonisch melden.