Gardelegen l Sie verlief völlig unspektakulär, die Wahl des neuen Geschäftsführers des Gardelegener Wasserverbandes am Dienstagabend in der Verbandsverwaltung im Großen Hospital. Gewählt wurde auch nicht geheim. Die Mitglieder der Verbandsversammlung einigten sich auf eine offene Abstimmung. So entfiel des aufwändige Prozedere mit der Wahl einer Wahlkommission, Stimmzetteln, Auswertung und Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Allerdings gab es auch nicht wirklich eine Wahl, denn es gab nur einen Bewerber: Sven Müller aus dem niedersächsischen Danndorf bei Wolfsburg. Der 44-Jährige wurde einstimmig gewählt. Wann er seinen Dienst in Gardelegen antreten wird, ist allerdings noch offen. Denn Müller befindet sich derzeit noch in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis.

Wahl einstimmig

Die Stelle des Geschäftsführers war vakant geworden, nachdem Katja Rötz Anfang des Jahres überraschend mitgeteilt hatte, dass sie aus persönlichen Gründen ihr Arbeitsverhältnis als Geschäftsführerin kündigen wolle. Sieben Bewerbungen seien eingegangen. Davon seien vier Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden, informierte der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Kai-Michael Neubüser. Davon wiederum seien zwei Bewerber ausgewählt worden, „die der Bewertungsmatrix des Wasserverbandes am nächsten gekommen sind“. Einer davon habe seine Bereitschaft allerdings wieder zurückgezogen, so dass Sven Müller als einziger übrig geblieben sei.

Kurzporträt

Sven Müller ist 44 Jahre alt, verheiratet, hat zwei 16 Jahre alte Söhne (Zwillinge) und eine sieben Jahre alte Pflegetochter. Von Beruf ist Müller studierter Finanzwirt und Diplom-Wirtschaftsjurist. Er hat nach eigenen Angaben in vielen verschiedenen Bereichen gearbeitet – sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der freien Wirtschaft. Derzeit ist er in der Gemeinde Lehre Fachbereichsleiter für zentrale Dienste und zugleich zweiter stellvertretender Bürgermeister in Lehre. Dort sei er unter anderem in personeller Verantwortung für 240 Beschäftigte, darunter für 35 Mitarbeiter in der Kernverwaltung, zuständig. Dazu betreue er in der Verwaltung die „Kernbereiche Recht, IT und Finanzcontrolling“. In seiner Freizeit gehe er gern angeln, gehe mit seiner Beaglehündin spazieren, fahre Fahrrad. „Ich bin ein Familienmensch“, betonte Müller. Zu seinen Hobbys gehöre außerdem die Arbeit in Haus, Hof und Garten in Danndorf.

„Was hat Sie bewogen, sich hier zu bewerben? Wenn ich das alles so höre, na, den Job würde ich doch behalten“, meinte Neubüser in der anschließenden Fragerunde. „Ich habe ein persönliches Ziel. Ich möchte nicht an zweiter Stelle stehen, sondern an der ersten. Ich möchte gestalten“, gab Müller an. Danach gab es eine kurze Beratung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Anschließend wurde gewählt. Neubüser überreichte dem neuen Geschäftsführer zum Schluss noch einen Blumenstrauß.