Baubeginn in der Alten Löwenapotheke

Haus des Gastes und Erlebnisort in Gardelegen

Am 2. August beginnen die Bauarbeiten in und an der denkmalgeschützten Alten Löwenapotheke, denn für das gesamte Ensemble mit dem Anbau aus DDR-Zeiten gibt es große Pläne. Bis Ende des Jahres wird im Altbau gearbeitet. Danach geht es mit dem Abriss des Anbaus und einem Neubau an gleicher Stelle weiter.

Von Cornelia Ahlfeld 07.07.2021, 18:39
Die ersten Baumaterialien sind schon angeliefert worden. Direkt neben dem Rathaus mussten sie allerdings hinter Gitter, um Diebstahl vorzubeugen.
Die ersten Baumaterialien sind schon angeliefert worden. Direkt neben dem Rathaus mussten sie allerdings hinter Gitter, um Diebstahl vorzubeugen. Foto: Gesine Biermann

Gardelegen - Die Alte Löwenapotheke als Erlebnisort Stadtgeschichte mit thematischen Präsentationen etwa zu Hanse, Bier, zu Otto Reutter, mit Wechselausstellungen und regionalem Hanseshop. Und der Neubau im hinteren Hofbereich als Schaufenster für die Altmark und den Drömling – so werden die ehrgeizigen Pläne für den markanten Renaissance-Bau aus dem Jahr 1685 mitten in der Stadt, direkt am Rathaus, im neuen Tourismuskonzept für Gardelegen zusammengefasst.

Geplant und gesprochen wird darüber schon seit 2018. Doch jetzt geht es richtig los. Grundsätzlich wird die Alte Löwenapotheke künftig als „Haus des Gastes Altbau“ bezeichnet, um den touristischen Gedanken in den Mittelpunkt zu stellen, erläuterte Bauamtsleiter Ottmar Wiesel. Folgerichtig wird der geplante Neubau auf dem Hofbereich dann „Haus des Gastes Neubau“ heißen.

Neues Dach, neue Fenster und neue Fassade

Doch zunächst beginnen Anfang August die Sanierungsarbeiten im Altbau. Die werden komplett von einem Restaurator begleitet. Seitens der Stadt ist vor allem Petra Külper vom Bauamt für das Projekt zuständig. Und selbstverständlich sei auch alles mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt worden, betonte Külper. Unter anderem wird das Dach neu eingedeckt. Nicht mit einfachen Dachsteinen, sondern mit Biberziegeln mit Segmentschliff und Kronendeckung. Im Vorfeld wurde auch ein Holzschutzgutachten erstellt. Im Ergebnis sind weitere Arbeiten im Dachbereich erforderlich. So müssten beispielsweise die Balkenköpfe überarbeitet werden, ebenso die Dielung, die nach einem Brandschaden zum Teil erneuert werden müsse. Die Dielung wird komplett aufgenommen. „Das, was notwendig ist, wird saniert und danach alles wieder eingebaut“, erläuterte Külper. Gleichzeitig beginnen die Arbeiten an der Außenfassade. Im Giebel- und Traufbereich sind viele Steine verwittert. Die werden erneuert – auch mit besonderen Steinen, mit sogenannten Klosterformatsteinen. Die seien eigens nach Mustern angefertigt worden. „Das haben wir schon lange vorher organisiert“, sagte der Bauamtsleiter. Erneuert werden zudem alle Fenster im Altbau analog der bereits erneuerten Fenster im Erdgeschoss. Eingebaut werden sogenannte Kreuzstockfenster. Zum Schluss wird das Gebäude neu verputzt und mit einem farblichen Anstrich versehen. „Das wird auf jeden Fall eine helle Farbe sein. Was genau, ist noch nicht entschieden“, so Külper. Vor wenigen Tagen seien die Steine geliefert und auf dem Materiallagerplatz direkt am Rathaus abgestellt worden. Aus diesem Grund sei der Bereich dort auch eingezäunt worden.

Durchgang zum Parkplatz wird gesperrt

Einige Tage vor Baubeginn wird die Rüstung, die auch mit einer Folie zum Schutz der Passanten versehen wird, aufgebaut. Der Durchgang zum Parkplatz am Haus II der Stadtverwaltung wird gesperrt. Der Zugang zur Tourist-Information erfolgt dann über den Eingang am Parkplatz. Die Arbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein. Ob Restarbeiten noch im nächsten Jahr ausgeführt werden müssen, hänge von der Witterung ab, heißt es. Investiert werden in den Altbau insgesamt 520 000 Euro. Die Stadt kann dafür Fördermittel aus der Städtebauförderung nutzen. Der Abriss des Anbaus auf der Hofseite, der aus dem Jahr 1983 stammt, sei dann Teil Nummer zwei des Projektes. „Da sind wir gerade in den Vorbereitungen für die Planungen“, informierte Wiesel. Der Planer wird ein Konzept erstellen, einschließlich einer Kostenschätzung. Ein solches Konzept sei Bestandteil des Förderantrages für den Abriss und den Neubau. Dafür sollen Fördermittel aus dem Wirtschaftsministerium genutzt werden.

Stadtgeschichte zieht in den Altbau

Für die inhaltliche Gestaltung des Neubaus sei ebenfalls eine Studie erstellt worden. Unter anderem wird sich dort auch die dann barrierefrei erreichbare Tourist-Information mit „innovativer, multimedialer Erlebnisausstellung zur Altmark und zum Drömling mit Vortragsraum und Welcome-Center für Individual- und Gruppenreisende“ befinden, wie es im Tourismuskonzept heißt. Außerdem Räumlichkeiten für Präsentationen und Vorträge, Sanitäranlagen für Besucher, Büroräume und Sozialräume. Im Altbau werde man sich, wie eingangs erwähnt, auf den Erlebnisort Stadtgeschichte konzentrieren.