Kalbe/Güssefeld. Die Avacon AG will ihr Netz an die aktuellen Bedingungen anpassen und eine neue Hochspannungsleitung bauen. „Frühestens 2019“, so habe ihn der Netzbetreiber informiert, „soll mit der Umsetzung des Projektes begonnen werden.“ Das hat Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth am Donnerstagabend dem Stadtrat mitgeteilt.

Dort erklärte er, dass es sich um eine Überlandleitung handeln solle, die von Osterburg komme und die auch durch die Einheitsgemeinde Kalbe führe. Dabei werde das Vogelschutzgebiet bei Vienau tangiert.

Hier regte sich Protest im Stadtrat. Dieser müsse auf jeden Fall Gelegenheit erhalten, sich zum Projekt zu äußern, forderte Ratsmitglied Mathias Graf. Die Altmark sei durch die vielen Windräder ohnehin stark belastet. Wenn der produzierte Strom weitergeleitet werde, müsse dies so umwelt- und bürgerfreundlich wie möglich geschehen, so auch Stadträtin Nicole Wernecke. Und gerade das Vogelschutzgebiet sei ein äußerst sensibler Bereich, wo auch über Erdkabel nachgedacht werden müsse, fügte Graf an.

„Wir befinden uns erst ganz am Anfang der Planung“, sagte dazu Avacon-Pressesprecherin Kirsten Fricke. Aber es sei nun einmal so, dass „das bestehende Netz für die sehr hohe Dichte an Windkraftanlagen“, die es auch im Altmarkkreis Salzwedel gebe, „nicht ausgelegt ist. Hier haben wir mittlerweile eine Grünstromquote von 160 Prozent“, so Fricke. Und die Avacon, die nicht der Windpark-, aber der Netzbetreiber sei, müsse diesen Strom auch abnehmen.

Was die Planung der neuen Leitung angehe, werde auch ein landschaftspflegerischer Begleitplan erarbeitet. „Das heißt, wir schauen uns eine Vegetationsperiode lang die gesamte Flora und Fauna an“, um zu entscheiden, wie dann möglichst umwelt- und bürgerfreundlich gebaut werden könne, so Fricke.

Laut Bürgermeister solle die Leitung auch durch die Gemarkungen Kahrstedt, Vietzen und Güssefeld führen. Das dortige Umspannwerk werde dann nicht mehr ausreichen, so dass ein neuer Standtort gesucht werden müsse. Das habe ihm die Avacon bereits mitgeteilt.